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Düsseldorf
Banker erwarten Filialschließungen in Düsseldorf

Düsseldorf. Beim RP-Talk sprachen vier Düsseldorfer Bankchefs über niedrige Zinsen und die schwierige Ertragslage der Banken. Von Thorsten Breitkopf

Das Filialnetz der Düsseldorfer Banken wird in den kommenden Jahren schrumpfen. Das ist der Tenor des RP-Talks auf der Größten Kirmes am Rhein. "Der Trend geht nach unten, je nach Region in Deutschland könnten zehn bis 15 Prozent der Filialen zu viel sein", sagt Rainer Mellis, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Düsseldorf-Neuss. Düsseldorf sei bei seinem Institut aber nicht konkret betroffen, es stehe keine Filiale unmittelbar vor der Schließung, sagte Mellis. Es laufe eher auf die Optimierung von Standorten hinaus. An manchen Stellen der Stadt sei sogar Wachstum möglich.

Als Auslöser für mögliche Schließungen oder Zusammenlegungen von Filialen sieht Michael Meyer, als Vorstand bei der Stadtsparkasse Düsseldorf zuständig für das Privatkundengeschäft, das stark veränderte Nutzerverhalten der Kunden. "Banking per Telefon und Internet hat heute einen viel größeren Stellenwert als noch vor Jahren. Mittelfristig wird das zu weniger Bankstellen führen", sagt Meyer. "Allerdings hat die Stadtsparkasse weiterhin das dichteste Filialnetz Düsseldorfs", so der Vorstand. Wie viele Filialen wann am Ende wegen hoher Kosten geschlossen werden müssten, sei heute noch nicht absehbar. "Wir als Direktbank bauen derzeit wegen des anderen Kundenverhaltens unter anderem auf Videoberatung", sagt August-Wilhelm Albert, Vorstand der genossenschaftlichen PSD Bank Rhein Ruhr.

Sorgen bereitet den Bankern institutsübergreifend auch die anhaltend niedrige Zinslage. "Genau wie die Volksbanken haben wir traditionell ein starkes Einlagengeschäft. Und dort trifft die Banken der niedrige Zins besonders deutlich", sagt Sparkassenchef Meyer. Die Erträge seien in diesem Bereich um zehn bis 15 Prozent gesunken. "Das könne in Teilen im Immobiliengeschäft in Düsseldorf ausgeglichen werden, das um bis zu 70 Prozent angezogen habe. Diesen Trend bestätigen auch PSD-Bank-Chef Albert und Volksbank-Chef Mellis.

Niedrige Zinsen sind für Firmen Zeichen, zu investieren. "Dennoch beobachten wir eine verhaltene Nachfrage nach Firmenkundenkrediten im Inland", sagt Daniel Walter, bei der Deutschen Bank verantwortlich für größere Firmenkunden am Niederrhein. "Den Firmen geht es wirtschaftlich gut, die alternative Geldanlage in verzinsliche Papieren ist niedrig. Daher schwimmen die Firmen oft im Geld", so Dalter.

Quelle: RP
 
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