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Düsseldorf
Bares, Rares und ein bisschen Livemusik

Düsseldorf: Bares, Rares und ein bisschen Livemusik
Perlen, Kronleuchter, Bilderrahmen, Porzellan - bei Pini Martin gibt es fast alles, was Herzen von Schnäppchenjägern höher schlagen lässt. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Zum Antik- und Trödelmarkt kommen nicht nur Schnäppchenjäger. Viele genießen einfach die gute Stimmung mit Musik und Essen. Von Christopher Trinks und Hans-Jürgen Bauer (Fotos)

Der kalte Wind und die grauen Wolken schrecken die Besucher nicht davon ab, wieder in Scharen zum Antik- und Trödelmarkt zu strömen. Kein Wunder, findet sich auf dem großen Parkplatz an der Ulenbergstraße doch vieles, was das Sammler-Herz begehrt. Fahrräder, Werkzeug, Blumen - der Markt ist längst über die Größe eines gewöhnlichen Flohmarkts hinausgewachsen.

Seit 1976 ist der Antik- und Trödelmarkt eine Institution, die in der Wochenendplanung vieler Düsseldorf fest verankert ist. Zu diesen gehören auch Ine und Verena Glitz samt Chihuahua-Hündin Maya. "Wir kommen hier jeden Samstag hin, um zu frühstücken", sagt Verena Glitz. Ihre Mutter Ine ist zwar Trödelfan und schaut sich gerne die antiken Sachen der Verkäufer in der Zelthalle an. Tochter Verena kommt eher wegen der Atmosphäre und der schönen Musik, die live jeden Samstag dort im "Café Sperrmüll" gespielt wird.

Neben der Livemusik finden sich in der Zelthalle aber auch richtige Raritäten. Das Sortiment der Händler reicht von Antik-Möbel bis zu Sammlerobjekten wie Briefmarken oder Schallplatten. "Wenn man gute und seltene Platten finden möchte, dann geht man hier hin", sagt Falk Wernsdorf. Er und seine Freundin Anna Wunderle sammeln Schallplatten, seit Wernsdorf vor fünf Jahren einen Plattenspieler günstig ersteigern konnte. Inzwischen erleben die Vinyl-Scheiben zwar eine Renaissance und werden teilweise wieder gepresst, das Pärchen sucht aber nach bestimmten Platten. "Mittlerweile kommen wir so oft hier her, dass wir auch wissen, bei welchem Händler wir suchen müssen", sagt Wernsdorf. Und fündig sind die beiden auch geworden, Bob Dylan und ein bisschen Swing-Musik bereichern nun die heimische Diskografie.

Während Schallplatten immer beliebter werden, geht der Sammelreiz bei Briefmarken zurück, sagt Wolfgang Dodt. Mit seinem Verkaufsstand steht der Hagener schon seit mittlerweile 30 Jahren in der Zelthalle. Was einst als Hobby in der Jugendzeit begann, ist inzwischen sein Beruf geworden. "Als ich damit angefangen habe, herrschte noch eine Goldgräberstimmung unter den Briefmarkensammlern, weil das überall so beliebt war", sagt Dodt. Briefmarken gehören nach Münzen immer noch zu den beliebtesten Sammelobjekten und können pro Stück im Internet mehrere hundert bis tausend Euro einbringen, je nach Seltenheit. Dennoch merkt er den Rückgang an Kunden deutlich. "Es kommen noch immer viele Stammkunden zu mir. Doch die sind zumeist aus meiner Generation", sagt er. Nachwuchs-Sammler gäbe es so gut wie keine. Seinen Beruf aufzugeben, um sich als Briefmarken-Verkäufer selbstständig zu machen, bereut er aber keineswegs.

Wer nicht unbedingt auf der Suche nach den typischen Flohmarkt-Waren oder antiken Möbeln ist, der kann zumindest kulinarisch auf seine Kosten kommen. Denn neben den typischen Wochenmarkt-Ständen gibt es auch zahlreiche Imbisse auf dem Antik- und Trödelmarkt. Und ein guter Abschluss ist so ein Imbiss für die Schnappchenjäger, die sich nach dem Trödeln stärken können.

Quelle: RP
 
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