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Düsseldorf
Baumpfleger kämpfte um die "Kletterkrone"

Düsseldorf: Baumpfleger kämpfte um die "Kletterkrone"
Manuel Schulte hängt gerne im Baum - als Baumpfleger kann er Hobby und Beruf miteinander verbinden. FOTO: Hoff
Düsseldorf. Der Urdenbacher Manuel Schulte trat gegen 41 Konkurrenten bei der NRW-Meisterschaft der Baumkletterer in Witten an. In der wichtigsten Disziplin, dem Arbeitsklettern, wurde er Siebter. Von Anna Girke

Speedklettern: einen Verletzten aus dem Baum retten und so schnell wie möglich an einem Seil die Baumkrone erklimmen. So sah die große Herausforderung für den Düsseldorfer Manuel Schulte aus. Der 37-jährige Baumpfleger hat seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb an der Kolhagenstraße in Urdenbach. Er war einer der 42 Teilnehmer an der "Kletterkrone" - der Meisterschaft der Baumkletterer, die jetzt im Wittener Stadtpark stattfand.

Dieser Wettbewerb ist sowohl körperlich, als auch geistig anstrengend und spiegelt Schultes Arbeitsalltag wider. Denn der Beruf des Baumkletterers ist ein anspruchsvoller: Da, wo Leitern und Hebebühnen nicht mehr hinkommen, müssen Karabiner und Sicherungsseil genutzt werden. "Um Baumkletterer zu werden, muss man verschiedene Zertifikate und Kletterscheine machen", sagt Manuel Schulte. Es braucht mehr als 300 Kletterstunden, bis man die Zertifikation des EPW, des europäischen Baumpflegers, erhält. Trotzdem dürften auch Laien die Baumpflege anbieten, was ein Problem darstelle: "Solange nichts passiert, kann jeder Baumpfleger sein. Und es gibt viel zu viele, die das ohne fachlichen Hintergrund machen", sagt der Diplom-Ingenieur.

Dabei sei vor allem das Fachwissen wichtig - etwa, um zu entscheiden, welchen Ast man bei einem Baum wann abtrennen kann. Auch spiele die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen im Hinblick auf die Sicherheit eine große Rolle. Diese müssten im Falle eines Unfalls den Verletzten sichern und aus dem Baum zurück auf den Boden bringen. Auch solches Können wird bei der "Kletterkrone" auf die Probe gestellt.

Doch dem Unternehmer geht es bei dem Wettbewerb nicht alleine ums Gewinnen. "Natürlich will man nicht unbedingt Letzter werden, aber am Wichtigsten ist doch das Messen mit den Kollegen." Beim Zusammentreffen mit anderen professionellen Kletterern kann man sich nicht zuletzt über neue und körperschonendere Techniken austauschen. Gut abgeschlossen hat Manuel Schulte trotzdem: In der Gesamtwertung erreichte er den 18. Platz. Besonders stolz ist der 37-Jährige jedoch auf seine Platzierung in der "Königsdiziplin", dem Arbeitsklettern. Dabei sind verschiedene Punkte im Außenastbereich einer Baumkrone zu erklettern. Hier erreichte er auf den siebten Platz. Eine Bestätigung für den Baumpfleger, für den der Beruf auch eine Leidenschaft ist: Die körperliche Betätigung und das Draußensein, sagt er, seien für ihn das Schönste an seiner Arbeit.

Quelle: RP
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