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Speditionsstraße
Politik stimmt für Wohnen im Hafen

Speditionsstraße: Politik stimmt für Wohnen im Hafen
Die beiden Türme „Königskinder“ sind seit langem geplant und die spektakulärsten Wohnbauvorhaben an der Speditionstraße. FOTO: Frankonia
Düsseldorf. Wie in der Bezirksvertretung 3 gab es auch im Planungsausschuss eine Mehrheit aus CDU, FDP und Grünen für die geplante Wohnbebauung an der Speditionstraße. Weitere Themen waren das Gutachten zum Tausendfüßler, das Wellnesscenter am Elbsee und erneuerbare Energien. Von Denisa Richters

Diese Farbkombination ist bei Abstimmungen im Rathaus selten: Schwarz-Gelb-Grün. Dazu kam es jetzt gleich zweimal innerhalb von nur zwei Tagen: Am Dienstag hatten CDU, FDP und Grüne im zuständigen Bezirksgremium für Wohnungsbau an der Speditionstraße im Hafen gestimmt, gestern formierte im Planungsausschuss die gleiche Mehrheit. Debattiert worden war zuvor dennoch. Denn das Thema birgt Konfliktpotenzial: Die Stadt möchte die Wohnbebauung im Hafen ausdehnen, die Hafenbetriebe fürchten, dass dadurch wegen des Lärms des Gewerbes der Streit mit künftigen Bewohnern programmiert ist.

Diese Sorgen will das Rathaus mit einem neuen Konzept zerstreuen: Zunächst soll nur an der Speditionstraße Wohnbebauung ermöglicht werden – allen voran die beiden Wohntürme "Königskinder". Bis 2013 wird der Bebauungsplan für den Gewerbe- und Industriebereich zwischen Weizenmühlenstraße und Lausward ausgearbeitet. "Gemeinsam mit der Hafenindustrie", betonte Planungsdezernent Gregor Bonin. Erst danach werde entschieden, wie viel Wohnen dazwischen entlang der Kesselstraße, möglich sein wird. Dieses Vorgehen solle den ansässigen Betrieben Sicherheit geben. Dem konnten auch die Grünen zustimmen.

Gutachten Tausendfüßler Das Rathaus hat die Wahl Hamburger Gutachter Geerd Dahms, der im Auftrag der Stadt die Schutzwürdigkeit des Tausendfüßlers als Denkmal beurteilt hat, im Planungsausschuss verteidigt. Dahms hält in seinem Fazit ein übergeordnetes Interesse eines Abrisses der Hochstraße für gerechtfertigt. Dadurch biete sich eine Chance für eine Neugestaltung der Innenstadt, zudem würde der Tausendfüßler durch die andernfalls notwendige Sanierung einen Großteil seiner Eigenschaft als Denkmal verlieren. Die Linke hatte angefragt, weshalb ausgerechnet Dahms ausgewählt wurde. Dahms sei öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Beurteilung von Denkmalwürdigkeit sowie Fachgutachter für Denkmalschutz, sagte Bonin. Seine Einschätzung habe die Stadt auch dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege zur Verfügung gestellt. Die Landesbehörde wird in den nächsten Wochen über den Abrissantrag aus Düsseldorf entscheiden.

Wellness-Anlage Elbsee Das Wellness-Center an der Grenze zu Hilden hat im Planungsausschuss die letzte Hürde genommen. Einmütig stimmte das Gremium für das Projekt der Stadttochter IDR. Auf dem etwa zwei Hektar großen Grundstück einer ehemaligen Kiesbaggerei sind Bungalows mit Sauna, Fitness- und Wellness-Räumen sowie einem Restaurant vorgesehen. Im Zentrum der Anlage ist ein beheiztes Schwimmbad geplant.

Erneuerbare Energien Die Stadt unterstützt die Bürger in ihrem Wunsch, erneuerbare Energien zu gewinnen, mit etlichen Programmen. Das führte Bonin auf SPD-Anfrage aus. Bei Baugenehmigungen für größere Blockheizkraftwerke gebe es kaum Bedenken. Und dass es wegen der Solaranlagen auf Dächern unordentlich aussehen könne, "muss man akzeptieren".

 
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