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Düsseldorf
Behinderter scheitert mit Klage gegen Betrieb

Düsseldorf. Mobbing oder Diskriminierung eines Rollstuhlfahrers (32) in einem Ingenieurbetrieb hat es nie gegeben - oder zumindest konnte der Behinderte nichts davon beweisen. So urteilte am Donnerstag das Landesarbeitsgericht, wies damit die Forderung des Klägers nach einer Entschädigung von 10.000 Euro zurück.

Damit wurde in früheres Urteil aus erster Instanz beim Arbeitsgericht bestätigt. Eine Revision wurde am Donnerstag ausdrücklich nicht zugelassen. Genau darauf will der Kläger-Anwalt jetzt aber doch noch drängen.

Viele Monate nach einem Motorradunfall war der Kläger im Rollstuhl an seinen früheren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Doch dort, so gab er an, habe die Firma alles getan, um ihn loszuwerden. So habe man ihm eine Abstellkammer als Arbeitsplatz zugewiesen, ihm das Benutzen des Handys verboten, habe Gespräche mit Kollegen untersagt, seinen Lohn verspätet gezahlt oder unvollständig, habe ihm zu Unrecht noch etliche Abmahnungen erteilt.

Dafür wolle er nach dem Verlust des Arbeitsplatzes als Diskriminierungsopfer mit 10.000 Euro entschädigt werden. Doch konnte die Firma bereits vor dem Arbeitsgericht glaubhaft machen, dass der Arbeitsbereich des Klägers weggefallen sei, weil dessen Job nun von Drittfirmen übernommen werde. Und der Schwerbehinderte blieb alle Beweise für seine Mobbing- und Diskriminierungsvorwürfe schuldig. Das Arbeitsgericht wies seine Klage im Oktober 2015 also zurück, auch weil die Firma weniger als zehn Mitarbeiter hat und deshalb der allgemeine Kündigungsschutz nicht anzuwenden sei.

Das Landesarbeitsgericht als nächste Instanz hat sich dem am Donnerstag angeschlossen. Aus Sicht der Richter ist dieses Urteil damit rechtskräftig. Der Kläger-Anwalt hat angekündigt, er wolle gegen die Nicht-Zulassung der Revision Beschwerde einlegen - und den Prozess dann weiterführen.

(wuk)
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