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Düsseldorf
Beigeordnete stoppt Kunstgremium

Düsseldorf: Beigeordnete stoppt Kunstgremium
Dezernentin Cornelia Zuschke (links, mit Patricia Selzer, Sarah Haag und Andrea Ziegenhan) sieht noch Gesprächsbedarf für die Kunstkommission. FOTO: HJBA
Düsseldorf. Eigentlich sollte der Rat über die neue Kunstkommission diskutieren. Doch das fällt aus, weil die Stadtspitze uneins ist. Von Arne Lieb

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat den Beschluss zur neuen Kunstkommission überraschend von der Tagesordnung des Stadtrats nehmen lassen. Er reagiert damit auf eine Diskussion in der Verwaltungskonferenz, also dem Austausch der Spitzenbeamten der Stadt.

Dort hatte die neue Planungsdezernentin Cornelia Zuschke die Frage gestellt, warum das Gremium, das künftig über Kunstprojekte im öffentlichen Raum mitentscheiden soll, in ihrem Dezernat angesiedelt werden soll - und nicht bei Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Der wiederum hält es für sinnvoll, wenn über Kunst am Bau dort entschieden wird, wo die Planer für städtische Bauprojekte sitzen. Nun sollen die beiden sich einigen.

Kritik am Vorschlag von der CDU verärgert Künstler und Grüne

Thema in der nicht-öffentlichen Sitzung war auch die Kritik von CDU-Politiker Friedrich Conzen, dass das Gremium zu Klüngel unter Düsseldorfer Künstlern führen könnte, weil sie einander Aufträge zuschieben - was Lohe zurückwies.

Auch die beteiligten Kulturschaffenden und die Grünen sind verärgert über die Aussagen. "Die Kommission schafft im Gegenteil endlich Transparenz, wer über Kunst im öffentlichen Raum entscheidet", sagt Clara Gerlach (Grüne). Conzen irre zudem mit der Behauptung, nur Düsseldorfer würden beteiligt. "Wir wollen namhafte Fachleute und gern internationale Mitglieder."

Auch der Künstler Jörg-Thomas Alvermann, der an der Entwicklung der Kommission beteiligt war, wirft Conzen eine falsche Darstellung von Tatsachen vor. Es sei nicht richtig, dass Künstler eine Mehrheit hätten. Auf sie entfielen vielmehr nur neun und damit die Hälfte der 18 Plätze, dazu kommen unter anderem Vertreter der Politik.

Alvermann verweist darauf, dass die Kommission bewusst unter breiter Beteiligung auch der Politik entwickelt worden sei, um solche Fragen zu klären, auch CDU-Politiker Alexander Fils habe mitgewirkt. Zudem beruhte das Konzept auf Empfehlungen des Städtetags. Unter anderem in München gibt es bereits eine ähnlich zusammengesetzte Kommission. Auch andere Künstler ärgerten sich über Conzens Äußerungen.

Eine Künstlergruppe hatte die Richtlinien für die Kommission erarbeitet, die nun nach Gesprächen mit Kulturdezernat und Politik zur Abstimmung stehen.

Quelle: RP
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