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Düsseldorf
Beim Tipp Kick geht es zu wie beim richtigen Fußball

Düsseldorf. Vieles ist wie bei einem richtigen Fußballspiel. Bei der Stadtmeisterschaft im Tipp Kick wird der Ball auf dem grünen Spielfeld geflankt, geschossen und geblockt. Wenn ein Tor fällt, wird gejubelt, bei einem Gegentreffer schon mal wild geflucht. Es gibt Schiedsrichter und Ersatzspieler, Ab- und Anstöße, Elfmeter, Ecken, Konter und Freistöße. Von Falk Janning

Den mit Zuschauern gefüllten Fanblock gibt es aber nicht. Die Tipp-Kicker tragen ihre Meisterschaft in der Boulehalle an der Pariser Straße unter sich aus. Es herrscht konzentrierte und gedämpfte Stimmung, es ist leise, wenn auf den 20 Spieltischen gespielt wird. Nur ein Klickern und Klackern ist zu hören, ab und an stößt jemand einen Jubelschrei oder einen Fluch aus. "Toooor" schallt es durch die Halle, ein anderes Mal "Jaaa" und "Jawoll".

Insgesamt 52 Spieler aus ganz Deutschland haben sich versammelt, es ist wie ein großes Familientreffen. Anfang der 90er Jahre waren noch etwa 2500 Mitglieder dem Deutschen Tipp-Kick-Verband (DTKV) angeschlossen. Heute sind es etwa 600. Die weiteste Anfahrt hatte Peter Funke: Der Präsident des DTKV ist extra aus München angereist, um Titelverteidiger Christian Drescher von Rheinland United den Pokal wegzuschnappen.

So etwas wie der Vater der Offenen Stadtmeisterschaft in Düsseldorf ist Henning Horn. Zum sechsten Mal hat er die Organisation übernommen. Der 41-Jährige, der für die SG Karlsruhe-Mainz in der 2. Bundesliga antritt, ist ein erfahrener Spieler. Über seine Familie kam er zu seiner Leidenschaft und befindet sich bereits in seiner 26. Saison als Aktiver. So wie er haben sich beinahe alle, die bei dem Turnier antreten, bereits als Kinder oder Jugendliche mit dem Spiel beschäftigt. Nur wenige Ausnahmen gibt es, so wie die 76-jährige Inge Simioni. Die älteste Teilnehmerin ist erst seit drei Jahren dabei und hat sich dem TKC Gevelsberg angeschlossen. Sie hat durch ihre mangelnde Erfahrung aber Nachteile gegenüber ihren Mitstreitern, die oft schon seit vielen Jahren zweimal pro Woche drei bis vier Stunden lang trainieren.

Die Spieler zweifeln nicht daran, dass sie echten Sport betreiben. "Wenn Schach Sport ist, dann ist es Tipp Kick erst recht", sagt Simon Winzer. Der 23-Jährige ist der einzige Teilnehmer aus Düsseldorf und meint: "Tipp Kick ist eine Mischung aus Billard, Tischtennis und Schach."

Quelle: RP
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