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Mega-Baustelle in Düsseldorf
Vom Trümmerhaufen bis zum Ende der Großsperrung

Berliner Allee/Graf-Adolfstraße: So liefen die Bauarbeiten
Berliner Allee/Graf-Adolfstraße: So liefen die Bauarbeiten FOTO: Gunter Müller
Düsseldorf. Seit Donnerstagmorgen ist die Kreuzung Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße wieder frei. Wir zeigen die Zeit der Bauarbeiten in Bildern - vom Abriss der Schienen über den Schilderwald der Umleitungen bis zu den neuen Fahrbahnmarkierungen. Von Christian Herrendorf und Katharina Pavlustyk

Düsseldorfer und Pendler haben sich in der vergangenen Woche von ihrer besten rheinischen Seite gezeigt. Sie haben flexibel auf die Sperrung der Kreuzung von Berliner Allee und Graf-Adolf-Straße reagiert und so das befürchtete Chaos abgewendet. In der ersten Woche der Bauarbeiten halfen dabei die Winterferien, in der dritten das kalte Wetter. Dazwischen suchten und fanden die Autofahrer neue Routen, die Nahverkehrsnutzer gewöhnten sich schnell an die neuen Routen von Bus und Bahn. Ab Donnerstagmorgen fließt der Verkehr nun wieder auf den gewohnten Strecken.

Der Verkehr rund um die gesperrte Kreuzung Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße FOTO: irz

Als größte Problemstellen rund um die Sperrung erwiesen sich die Ost- und die Steinstraße. Für die Oststraße war der Andrang von Cornelius- und Hüttenstraße zu hoch, dort bildeten sich täglich Staus. Die Blockaden auf der Steinstraße waren auch eine Folge der Ampelschaltungen. Der Vorrang der Berliner Allee war wie in normalen Zeiten eingerichtet, der Verkehr auf der Steinstraße - unter anderem weil sie mit der Oststraße verbunden ist - aber höher als sonst. Im Nahverkehr ergaben sich vor allem dann Schwierigkeiten, wenn auf der Strecke etwas passierte, weil der Rheinbahn wegen des gesperrten Stücks keine Ausweichrouten mehr zur Verfügung standen.

Auch die meisten Geschäftsleute rund um die Kreuzung zeigen sich nun froh, dass ihre Befürchtungen nicht Wirklichkeit geworden ist. Alexander Rüttger, Filialleiter des Geschäfts "Dainese" für Motorradzubehör an der Ecke Graf-Adolf-/Karl-Rudolf-Straße, hatte mit einem Verkehrschaos sondergleichen gerechnet. Doch es kam anders: "Die Staus von der Autobahn bis in die Innenstadt waren nicht so lang wie ich gedachte habe", sagt er. Zwar sei am Umsatz spürbar gewesen, dass weniger Kunden gekommen wären. Aber: "Insgesamt war es nicht so schlimm wie befürchtet."

Stop and Go im Berufsverkehr

Derart gelassen ist Perihan Dogan vom Restaurant "Da Noi", das direkt an der Ecke Graf-Adolf-Straße/Berliner liegt, nicht. "Unsere Laufkundschaft ist komplett weggefallen. Wir haben einen ordentlichen Umsatzeinbruch von 60 bis 70 Prozent", sagt sie. Wer aus Richtung Bahnhof zum Knotenpunkt in der Innenstadt wollte, habe einen "Riesenumweg" bis zum "Da Noi" vor sich gehabt. Und wenn auch noch der Besuch der Bank oder der Post anstand, war das "in der Mittagspause nicht möglich". Vor allem sonntags, wenn die Büros im Umkreis des Lokals verlassen waren, habe in diesem Leere geherrscht. "Das war ein historisches Tief", sagt Dogan.

Hans-Günther Oepen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Graf-Adolf-Straße, blickt mit einem guten Gefühl zurück: "Seitens der Hotels gab es wenig Umsatzeinbrüche. Seitens der Gäste war viel Verständnis", sagt er und lobt das Amt für Verkehrsmanagement für die reibungslose Organisation.

Berliner Allee/Graf-Adolf-Straße: Deutlich mehr Verkehr nach Ferienende FOTO: Christoph Schroeter

Es scheint, als hätten sich die meisten bestmöglich mit der Lage arrangiert. Das hat auch Gerd Meyer, Sprecher der Stadtsparkasse, die in der Berliner Allee ihren Hauptsitz hat, festgestellt. "Unsere Kunden sind sehr besonnen mit der Situation umgegangen, haben sich alternative Fahrtrouten überlegt oder andere Verkehrsmittel genutzt", sagt er. Sicher sei keiner erfreut über die Sperrung gewesen. Gerade bei Firmenkunden spiele der Zeitaspekt eine große Rolle. "Zeit ist Geld." Doch im Großen und Ganzen sei die Situation "akzeptabel" gewesen.

Quelle: RP
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