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Düsseldorf
Berufsausbildung statt sinnloser Warterei

Düsseldorf. Modellprojekt bildet junge Menschen mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus aus. Von Joris Hielscher

Al Hassane Bah hat ein großes Ziel: "Ich will unbedingt Kfz-Mechaniker werden". Schon in seiner westafrikanischen Heimat Guinea, aus der er vor zwei Jahren geflohen ist, hat der 23-Jährige jahrelang in einer Werkstatt gearbeitet. Und obwohl er ein Praktikum bei einem Düsseldorfer Kfz-Betrieb gemacht hat und der ihn gerne genommen hätte, hat Bah keine Chance, Job oder Ausbildung zu finden.

Denn wer wie er einen unsicheren Aufenthaltsstatus (zum Beispiel nur geduldet wird) hat, ist in der Regel zum Nichtstun verdammt. Denn welcher Betrieb stellt schon jemanden ein, dessen Verbleib in Deutschland nicht gesichert ist? Dabei kann es mehrere Jahre dauern, bis die Entscheidung über einen Asylantrag vorliegt.

Doch Bah hat Glück gehabt. Er ist einer von 18 jungen unbegleiteten Flüchtlingen (im Alter von 17 bis 25 Jahren), die in einem Modellprojekt der Jugendberufshilfe Düsseldorf ausgebildet werden - als Fachkraft für Metalltechnik, im Gastgewerbe oder als Sozialassistent (um später zum Beispiel in der Pflege zu arbeiten). Die zweijährige Ausbildung erfolgt dabei in den Räumen der Jugendberufshilfe sowie in den Berufskollegs Albrecht Dürer, Franz Jürgens und Elly Heuss Knapp. So erhalten die Auszubildenden auch einen Schulabschluss.

Das Modellprojekt befindet sich im zweiten Durchgang, 2013 startete es mit zehn jungen Flüchtlingen. "Es war nur möglich, weil viele Institutionen zusammengearbeitet haben", erklärt Claudia Herzig von der Jugendberufshilfe. Darunter die IHK, das Jobcenter, das Jugendamt und die Ausländerbehörde.

Dabei ist es ein durchaus aufwendiges Projekt: Die Azubis erhalten extra Sprachunterricht, die Mitarbeiter der Jugendberufshilfe sorgen für eine enge Betreuung und helfen bei allen möglichen Problemen. Doch es gibt messbare Erfolge: Von den zehn Azubis des ersten Jahrgangs haben neun eine weitere Beschäftigung gefunden. Und eine abgeschlossene Berufsausbildung gilt als Pluspunkt, um den Aufenthaltsstatus zu verbessern. So kann sie ein Schritt sein zu Bahs großem Ziel.

Quelle: RP
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