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Serie Die Düsseldorfer Schullandschaft
Berufskollegs: Job und Studium im Blick

Serie Die Düsseldorfer Schullandschaft: Berufskollegs: Job und Studium im Blick
Julia Majonica, Michele De Cristofaro und Dominik Kruse (v.l.) in einer mit Laptops ausgestatten Klasse am St. Ursula-Berufskolleg FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Für manche sind sie bloß eine klassische Berufsschule, andere erwerben hier mit dem Wirtschaftsabitur die Grundlage für eine Top-Karriere in der freien Wirtschaft: Die Düsseldorfer Berufskollegs bieten mehr als 250 Bildungsgänge an. Von Jörg Janssen

Fast 25.000 Schüler besuchen die Berufskollegs der Landeshauptstadt. Die blicken auf eine mehr als 150-jährige Tradition zurück und beeindrucken durch die Vielfalt ihrer Ausbildungsgänge. Die wichtigsten Daten und Fakten im Überblick.

Die Schulform Das Berufskolleg umfasst in erster Linie die Bildungsgänge der Berufsschule, der Berufsfachschule, der Fachoberschule und der Fachschule. Dabei verfolgt dieser Schultyp vor allem zwei Ziele: Zum einen geht es um die berufliche Qualifizierung im dualen System (Ausbildung im Betrieb plus Berufsschule) sowie den Erwerb allgemeinbildender Abschlüsse der Sekundarstufe II (Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife, allgemeine Hochschulreife). Rund zwei Drittel der Jungen und Mädchen sind klassische Berufsschüler, das andere Drittel nutzt die sogenannten "vollzeitschulischen Ausbildungen". Die meisten Kollegs sind große Einheiten mit bis zu 4000 Schülern. "Allerdings sind nicht alle Jungen und Mädchen gleichzeitig da, vor allem die Berufsschüler kommen nur tageweise", so Beatrix Heithorst (52), Schulleiterin am Berufskolleg an der Bachstraße in Bilk.

Das Konzept "Bei uns fangen alle neu an, egal, was sie vorher schulisch gemacht haben", sagt Heithorst. Tatsächlich reicht der Bogen von früheren Hauptschülern, die ihren Realschulabschluss nachholen wollen, bis hin zu Schülern, die das Abitur am Wirtschaftsgymnasium anstreben - eine gute Grundlage für eine Karriere in der freien Wirtschaft. "Die Durchlässigkeit ist das Großartige an unserem Schultyp", findet auch Christiane Meertens. Die 44-Jährige unterrichtet am St. Ursula-Berufskolleg, das vom Erzbistum Köln getragen wird. Wie bei allen Kollegs gibt es auch dort eine Spezialisierung. Zu den Schwerpunkten zählt die Erzieherausbildung. "Wer will und das nötige Talent mitbringt, kann bei uns nach einer dreijährigen Oberstufe das Abitur machen. Das entspricht dem Modell ,G 9' und ist bei Schülern beliebt, für die ein Abitur in nur acht Jahren eine zu große Herausforderung bedeutet", sagt Pädagogin Meertens.

Der Bestand Allein die zehn städtischen Berufskollegs bieten mehr als 250 unterschiedliche Bildungsgänge an. Vier sind kaufmännisch ausgerichtet, sechs gewerblich-technisch. Das schulische Angebot hängt immer mit der konjunkturellen Lage, branchenspezifischen Entwicklungen sowie der konkreten Situation auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Die Nachfrage verläuft in Wellenbewegungen.

Die Prognose Bei den insgesamt rund 25.000 Schülern wird es wohl bleiben. "Allein aufgrund des prognostizierten Bevölkerungszuwachses bleibt die Zahl an Berufskolleg-Schülern insgesamt auch in den kommenden Jahren mindestens auf diesem hohen Niveau", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche.

Die Gebäude Zumindest an einigen Kollegs herrschte jahrelang Unmut über veraltete Gebäude und einen in Teilbereichen drastischen Sanierungsstau. So tropfte es in den naturwissenschaftlichen Fachräumen des Heinrich-Hertz-Berufskollegs zeitweise von der Decke. Und das obwohl die Schule lange Zeit auf Platz 1 der Prioritätenliste des "Masterplan Schule" stand. Die Stadt sieht sich inzwischen auf einem guten Weg. So wurde 2015 die Sanierung der Elly-Heuss-Knapp-Schule an der Siegburger Straße mit 13 Millionen Euro abgeschlossen. Für 200.000 Euro seien, so Hintzsche, zwei neue Elektrotechnikfachräume am Hertz-Berufskolleg eingerichtet worden. Die größten Projekte: der Neubau des Albrecht-Dürer-Kollegs in Benrath (Investitionsvolumen: rund 70 Millionen Euro) sowie die Erweiterung des Hertz-Berufskollegs in Bilk mit modernen Laboren (17,6 Millionen Euro). Beide Gebäude sollen zum Schuljahr 2018/19 den Betrieb aufnehmen.

Quelle: RP
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