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Düsseldorf
Betrüger verkauft falsche Verträge für Bezahlfernsehen

Düsseldorf. Ein weltweiter Handel mit Zugangs-Codes zum Bezahl-Fernsehen hat sich für einen Lagerarbeiter (36) nicht ausgezahlt. Ab 2009 gelang es ihm, Zugänge zu Pay-TV-Kanälen an 350 Kunden in der ganzen Welt gegen eine geringe "Nutzungsgebühr" weiterzureichen und damit allein aus Deutschland rund 100.000 Euro zu kassieren. Doch das Amtsgericht brummte ihm gestern wegen gewerbsmäßigen Betruges zwei Jahre Bewährungsstrafe auf - plus 300 Stunden Sozialarbeit plus 200 Euro monatlich, um die Steuerschulden abzustottern, die er durch die Straftaten angehäuft hatte.

Der Angeklagte hat alle Vorwürfe bestätigt. Wegen gesundheitlicher Probleme sei er in finanzielle Nöte geraten - und habe einen Zufall dann zu seinen Gunsten genutzt. Weil seine Frau aus Italien stammt, habe er zur Verbesserung der häuslichen Stimmung bei einem Programmanbieter ihrer Heimat einen Pay-TV-Vertrag abgeschlossen, die zugehörige Code-Karte dann aber auch bei Geräten anderer Anbieter ausprobiert - und daraus ein Geschäftsmodell entwickelt, das ihm Kunden sogar im arabischen Raum, in Kanada, der Schweiz, in Polen und Frankreich bescherte. Zuletzt musste er monatlich bis zu 1500 Euro für solche Verträge aufbringen, sein Erlös durch die Weitergabe der Zugangs-Codes war deutlich höher. Doch als seine Bank wegen der hohen Kontobewegungen unter dem Verdacht der Geldwäsche die Polizei alarmierte, brach der weltweit verzweigte Computerbetrug zusammen. Jetzt besucht er eine Umschulung, um Fach-Informatiker zu werden.

(wuk)
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