| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Betrunkene fährt berauschten Fußgänger an

Düsseldorf. Einen nicht alltäglichen Verkehrsunfall hat das Amtsgericht gestern aufgearbeitet. Im April war ein drogenberauschter Fußgänger (23) über die Fischerstraße gelaufen, dabei von einer betrunkenen Autofahrerin (22) gerammt worden.

Die damaligen Augenzeugen waren immerhin nüchtern und halfen jetzt dem Richter, den Fall aufzuklären. Der verurteilte die Fahrerin zu 1200 Euro Strafe, nahm ihr den Führerschein ab und verfügte, dass sie sich erst in einem Jahr um eine neue Fahrerlaubnis bemühen darf. Die Frau gab sich "dankbar, dass damals nicht noch Schlimmeres passiert ist". Doch das war reines Glück.

Der Fußgänger erlitt durch den Aufprall mit etwa 50 Kilometer pro Stunde kurz vor 5 Uhr morgens ein gebrochenes Sprunggelenk, einen Nierenriss und einen abgebrochenen Zahn. Zum Prozess kam er gestern nicht, aber wie es hieß, sei er inzwischen wieder vollständig gesund. "Ich dachte, ich hätte jemanden totgefahren", so die Autofahrerin. Doch auch der Verletzte habe eine "erhebliche Schuld", weil er bei Rot die Straße überquert habe und drogenberauscht war, ergänzte der Richter. Sollte der 23-Jährige je Schmerzensgeld fordern wollen, "würde ich ihm 80 Prozent der Schuld anrechnen", so der Richter.

(wuk)