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Düsseldorf
Bitte übersehen Sie nicht die 20 000 Eier auf der Moskauer Straße!

Düsseldorf. Bereits zum sechsten Mal haben die Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers (PwC) Förderpreise für junge Künstler der Kunstakademie verliehen. Von Dagmar Haas-Pilwat

90 Stunden hat es gedauert, bis Jennifer López Ayala mit ihren sechs Assistenten 20 000 Eierschalen so präpariert hatte, dass sich 40 000 halbe Eier als eine überaus stimmungsvolle Bodenskulptur mit dem Titel "Interspace" im Foyer und durch die Glaswände des PwC-Bürogebäudes an der Moskauer Straße ausbreiten.

Keine der Eihälften mit den gebrochenen Kanten liegt zufällig da. "Jeder Zentimeter ist bedacht und vor allem genauestens konstruiert worden - zunächst als klassisches 1:1-Modell und auch am Computer", sagt die 34-jährige Meisterschülerin von Katharina Grosse.

Denn am Anfang jeder Arbeit steht die Raumuntersuchung. So greift die junge Künstlerin bei "Interspace" vor allem die Bodenkacheln der Eingangshalle mit ihren glänzenden dreieckigen Teilstücken auf und holt das Außen des Gebäudes nach innen. Von außen durch die Scheibe betrachtet, scheinen die Eierschalen im Raum zu schweben.

Die so fragile Installation, der sich jeder mit gebührendem Abstand nähert, hat nicht nur die Jury überzeugt, sondern auch die Gäste, die zur Vernissage der Ausstellung "Follow up 2015 - Aktuelle Positionen aus der Düsseldorfer Kunstakademie" in die PwC-Niederlassung gekommen waren. Und so konnte Uwe Rittmann (PwC-Partner) in Anwesenheit von Oberbürgermeister Thomas Geisel den bereits zum sechsten Mal verliehenen Förderpreis in Höhe von 4000 Euro und den erstmals ausgelobten Publikumspreis im Wert von 2000 Euro an die strahlende Jennifer López Ayala vergeben.

"Mit unserem Preis ,Junge Kunst aus der Akademie' möchten wir den Künstlern eine Öffentlichkeit und finanzielle Hilfestellung geben, um unabhängiger zu werden und weitere Projekte realisieren zu können", sagte Rittmann. "Solch eine Auszeichnung ist Öl für meinen Motor", freute sich die Künstlerin.

Eigentlich kommt sie von der Malerei und hat am liebsten mit Eitempera gemalt. "So entsteht das schönste Weiß", schwärmt sie. Eher zufällig entdeckte sie das schimmernde Weiß der gebrochenen Eihülle und seitdem stehen die Schalen im Mittelpunkt ihrer Raummalerei.

Dabei seien die Verläufe das Schwierigste, denn jedes Ei ist von Hand gelegt und immer spielen Form und Proportion des Raums eine entscheidende Rolle bei diesem so flüchtigen, einmaligen Werk.

Info Noch bis zum 19. Juli sind die von Stefanie Lucci kuratierten Arbeiten der zehn Akademiestudenten in dem 600 Quadratmeter großen Ausstellungsraum an der Moskauer Straße 19 zu sehen und zu kaufen.

Quelle: RP
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