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Düsseldorf-Oberkassel
179 Flüchtlinge ziehen nach Brand in Turnhallen

Feuer in Asylbewerberunterkunft in Düsseldorf-Oberkassel
Feuer in Asylbewerberunterkunft in Düsseldorf-Oberkassel FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Nach Angaben der Feuerwehr deutet nichts darauf hin, dass es sich bei dem Brand in einer Wohnung in der dritten Etage einer Flüchtlingsunterkunft an der Schanzenstraße in Oberkassel um einen Anschlag gehandelt haben könnte. Die Polizei ermittelt, es gebe aber bisher keine Hinweise in diese Richtung, sagte Christian Schlich, der stellvertretende Amtsleiter der Feuerwehr. Von Denisa Richters

Drei Menschen wurden leicht verletzt, mussten aber nicht in eine Klinik gebracht werden. Zwei Bewohner wurden mit einer Drehleiter gerettet. Da das Gebäude wegen der Brand- und Löschwasserschäden unbewohnbar ist, mussten die aktuell 179 Bewohner auf andere Unterkünfte in drei Schulturnhallen verteilt werden.

Um 11.48 Uhr erreichte der Anruf mit der Brandmeldung die Feuerwehr – und versetzte sie in besondere Alarmbereitschaft. Denn das Flüchtlingsheim an der Schanzenstraße sei wegen der besonderen Bedrohungslage als solches gekennzeichnet, sagte Schlich. Deshalb rückte die Wehr mit drei Löschzügen und zwei weiteren Löschfahrzeugen aus. Hinzu kamen sechs Rettungswagen, zwei Notärzte und ein leitender Notarzt.

Am Brandort bot sich zunächst eine dramatische Szenerie: Auf der Vorder- wie auf der Rückseite des Gebäudes standen Menschen am Fenster und drohten, wegen der Feuergefahr aus der dritten Etage herunterzuspringen. Sie wurden schließlich mit Drehleitern gerettet. Drei Menschen mit leichten Verletzungen konnten direkt vor Ort versorgt werden.

Details zur Brandursache stehen bisher nicht fest. Ob es ein technischer Defekt ursächlich ist oder womöglich die Küchenzeile falsch benutzt worden war, bleibt noch Spekulation. Das Feuer war in einer nach hinten gelegenen Wohnung in der dritten Etage des fünfgeschossigen Gebäudes, das die Stadt seit Jahren zur dauerhaften Unterbringung von Flüchtlingen angemietet hat, ausgebrochen. Das Alufenster schmolz durch die Hitze, auch in der darüberliegenden Etage barsten die Fenster, weshalb die Flammen sich auch dorthin ausbreiteten. Die dritte und vierte Etage sind nun wegen der Brandschäden unbewohnbar, die Etagen darunter durch die Schäden, die das Löschwasser verursacht hat. Die Bewohner wurden durch Mitarbeiter der Diakonie, die für die Versorgung in der Unterkunft zuständig ist, sowie der Stadt betreut.

Laut der Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch können alle Bewohner noch heute (Freitag, 31.7.2015) auf andere Unterkünfte in der Stadt verteilt werden. Mit Bussen der Rheinbahn werden sie in den nächsten Stunden zu Schulturnhallen gebracht, die bereits zur Flüchtlingsunterbringung hergerichtet sind (Friedenstraße in Unterbilk und Stettiner Straße in Garath) sowie eine neu hinzu genommene Schulsporthalle in Pempelfort, in der jedoch erst noch Betten aufgestellt werden müssen.

Das Deutsche Rote Kreuz ist in allen drei Hallen für die Betreuung zuständig. Die kurzfristige Unterbringung so vieler Menschen sei möglich, "weil wir noch 100 Plätze Reserve und die dritte Turnhalle als Standort geprüft hatten", sagte Koch. Wegen der besonderen Situation sei mit dem Land vereinbart, dass bis Ende nächster Woche keine zusätzlichen Zuweisungen von Flüchtlingen erfolgen sollen. Bis Ende nächster Woche sollen vier Großraumzelte mit Platz für insgesamt 600 Menschen aufgebaut sein.