| 12.11 Uhr

Versuchtes Tötungsdelikt
30-Jähriger wirft Warnbake in Tunnel-Einfahrt des Kö-Bogen

Düsseldorf. Sonntagabend hat ein 30-jähriger Mann eine Warnbake in die Einfahrt des Kö-Bogen-Tunnels geworfen. Durch die Tat wurde die Windschutzscheibe eines Auto beschädigt, aber nicht durchschlagen. Die Insassen blieben unverletzt. Gegen den Mann erging am Montag Haftbefehl wegen versuchten Mordes. 

Den bisherigen Ermittlungen der Polizei zufolge fuhr gegen 20 Uhr ein 46-jähriger Mann aus Hilden mit seinem Skoda die Berliner Allee in Richtung Norden. Als der Wagen in den Kö-Bogen-Tunnel einfuhr, sah der Fahrer oben auf dem Tunnel eine Person, die einen Gegenstand hinunter auf die Fahrbahn warf. Trotz Vollbremsung wurde die Windschutzscheibe des Fahrzeugs getroffen und beschädigt.

Der Fahrer und seine 80-jährige Mutter auf dem Beifahrersitz erlitten keine Verletzungen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei dem Gegenstand um eine Warnbake. Den Fuß der Bake warf der Unbekannte ebenfalls noch auf die Fahrbahn. Dieser richtete jedoch keinen Schaden an.

Der Hildener verständigte die Polizei und nahm die Verfolgung des Täters auf. Der polizeibekannte aus Nigeria stammende 30-Jährige wurde durch eine Streifenwagenbesatzung gestellt und festgenommen. Eine Mordkommission nahm noch am Abend die Ermittlungen gegen den aus Nigerianer auf.

Über das Motiv seiner Tat schweigt der Nigerianer, der seit mehreren Jahren in Deutschland lebt und derzeit keinen festen Wohnsitz hat. Erst vor wenigen Tagen war er aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine Haftstrafe wegen Betruges verbüßt hatte. Bei Polizei und Justiz ist der Mann sowohl wegen Gewalttaten als auch wegen Eigentumsdelikten aller Art aktenkundig.

Im neuen Intensivtäterkommissariat der Düsseldorfer Polizei wurde der 30-Jährige, weil er nicht in Düsseldorf lebt, bislang allerdings nicht geführt. Ziel des vor einem Jahr gestarteten Intensivtäterprogramms ist es, Serien- und Gewalttäter möglichst zügig in Haft zu bringen und bei Nicht-EU-Ausländern gleichzeitig eine schnelle Abschiebung zu erreichen. Das dürfte nun auch den Nigerianer erwarten, dessen Aufenthaltsstatus seit geraumer Zeit nicht eindeutig geklärt sein soll.

(aka /sge)