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Flughafen Düsseldorf
Bundespolizei nimmt Schleuserin fest

Flughafen Düsseldorf: Bundespolizei nimmt Schleuserin fest
Zwei Bundespolizisten auf Streife im Düsseldorfer Flughafen (Symbolbild). FOTO: dpa, mjh fpt
Düsseldorf. Sieben Menschen aus Aserbaidschan soll eine Frau 2016 bei der unerlaubten Einreise geholfen und dafür 32.000 Euro kassiert haben. Die Staatsanwaltschaft Göttingen suchte sie per Haftbefehl. Sie sitzt nun in Untersuchungshaft. Von Franziska Hein

Eine Reise in die Türkei endete für eine 51-jährige Deutsche mit ihrer Festnahme am Flughafen Düsseldorf. Laut Meldung der Bundespolizei wurde bei der Grenzkontrolle festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft Göttingen die Frau per Haftbefehl suchte. 

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, zwischen Januar und September 2016 sieben Menschen - allesamt aserbaidschanische Staatsangehörige - nach Deutschland eingeschleust zu haben. Dafür soll sie nach bisherigen Ermittlungen rund 32.000 Euro erhalten haben.

Mindestens sieben Menschen eingeschleust

Die in Göttingen lebende Frau mit aserbaidschanischen Wurzeln soll ein Paar an ein Reisebüro in Baku (Aserbaidschan) vermittelt haben. Diese sollen dort eine Reise nach Prag gebucht haben. Anschließend beantragten sie in der tschechischen Botschaft in Aserbaidschan ein Visum. Als Grund für die Reise nannten sie laut Meldung der Bundespolizei eine Hochzeitsreise. Von Prag reisten die beiden im Juni 2016 mit ihren Pässen und den erschlichenen tschechischen Visa unerlaubt nach Deutschland ein.

Die Flug- und Bustickets nach Göttingen kaufte die Beschuldigte im Voraus. Bei der Ankunft in Deutschland sollen dem Paar die Pässe abgenommen worden sein. Beide wurden dann in ein Asylbewerberheim nach Bielefeld gebracht. Hierfür soll die Frau 2500 Euro erhalten haben.

54 Pässe sichergestellt

Im September 2016 soll die Beschuldigte für 10.300 Euro einer dreiköpfigen Familie geholfen haben, ebenfalls mit erschlichenen tschechischen Visa unerlaubt in die Bundesrepublik einzureisen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr noch einen dritten Fall vor: Zwei Aserbaidschanern soll sie ebenfalls im September 2016 bei der Einreise in die Bundesrepublik geholfen haben. Dafür soll sie weitere 19.200 US-Dollar erhalten haben. Die Betroffen reisten im September 2016 über Budapest zum Flughafen nach Dortmund, mussten dann ihre Papiere abgeben und wurden in das Asylbewerberheim in Bielefeld gebracht. Im Zuge des Asylverfahrens fiel die Schleusung auf. 

Dass das Ausmaß der Schleusertätigkeit weitaus größer sein könnte, zeigt das Ergebnis zweier Hausdurchsuchungen: Dabei wurden laut Bundespolizei 54 aserbaidschanische Reisepässe und Führerscheine sichergestellt. Da die Frau sich nach Angaben der Polizei nicht mehr in ihrer Wohnung aufhielt, wurde die Untersuchungshaft angeordnet. Sie wurde von der Bundespolizei festgenommen, dem Haftrichter vorgeführt und in eine  Justizvollzugsanstalt gebracht.

(heif)
 
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