| 19.30 Uhr

Medienhafen Düsseldorf
Großeinsatz für Evakuierung des WDR-Gebäudes

Großeinsatz der Feuerwehr beim WDR
Düsseldorf. Rund 300 Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks haben am Dienstag das Studio in Düsseldorf räumen müssen, weil eine unbekannte, beißende Flüssigkeit gefunden wurde. Nach rund fünf Stunden dann Entwarnung: Im Gebäude waren laut Feuerwehr keine Schadstoffe messbar.   Von Stefani Geilhausen und Ina Schwerdtfeger

Wegen starker Geruchsbelästigung war der WDR am Vormittag evakuiert worden. Zehn Personen klagten über Übelkeit und Reizung der Atemwege und wurden notärztlich versorgt. Zwei Personen, darunter eine Schwangere, wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr konnte am Mittag Entwarnung geben. Der Stoff sei nicht gesundheitsgefährdend. Unklar bleibt jedoch, um was für eine Substanz es sich handelt.

Aufgefallen war der komische Geruch im Kellerbereich einem Haustechniker, der gegen 10 Uhr die Feuerwehr alarmierte. Der Geruch war  später dann auch in den oberen Etagen wahrnehmbar.  Zunächst bestand der Verdacht auf eine giftige Chemikalie, wie der WDR auf Facebook mitteilte. Das konnte von der Feuerwehr nicht bestätigt werden.

Großeinsatz in Düsseldorf: WDR wird evakuiert FOTO: Gerhard Berger

Zu dem Einsatz waren am Vormittag mehr als 20 Feuerwehrfahrzeuge ausgerückt, 75 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Retter waren mit Schutzanzügen ausgestattet. Da zunächst unklar war, ob der Stoff gesundheitsgefährdend ist, mussten hunderte Mitarbeiter des Funkhauses das Gebäude verlassen. Zum Teil wurden die Mitarbeiter aus der 4. Etage mit Drehleitern aus dem Gebäude gebracht.

Vor dem WDR wurde ein Dekontaminationsplatz eingerichtet. Während des Einsatzes musste die Arbeit im Funkhaus eingestellt werden, das hatte auch Auswirkungen auf das Programm. Die Nachrichtensendung "WDR aktuell" musste am Mittag kurzfristig aus dem Studio in Duisburg gesendet werden. "Wir hoffen, dass wir trotzdem eine kurze Sendung über das Studio in Duisburg hinbekommen", erklärte Stefan Brandenburg, Leiter der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen, noch am Vormittag. Laut Sender laufen die Radionachrichten jeweils zur halben Stunde wie gewohnt, da sie in dieser Woche aus dem Studio Essen gesendet werden.

Nach fünf Stunden konnte die Feuerwehr ihren Einsatz beenden. Während des Einsatzes gab es im Bereich des Düsseldorfer Medienhafens größere Verkehrsbehinderungen. Die Stromstraße war zwischen der Wupper- und der Ernst-Gnoß-Straße gesperrt.