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Düsseldorf
Polizei bestätigt Grabsch- und Prügelattacke bei Japan-Tag

So schön war das Feuerwerk zum Japan-Tag 2016
So schön war das Feuerwerk zum Japan-Tag 2016 FOTO: dpa, mg vfd
Düsseldorf. Der Facebook-Beitrag einer jungen Frau klang dramatisch: Auf dem Nachhauseweg vom Japan-Tag sei sie an der Tonhalle begrabscht worden, ihr Freund anschließend schlimm zusammengetreten. Die Polizei hat den Vorfall jetzt bestätigt. 

Die Bilder, sagt Alex M., verfolgen sie noch immer. Hilflos hat sie mitansehen müssen, wie eine Gruppe von etwa sechs Männern am späten Samstagabend auf ihren Freund einschlug und -trat. "Ich dachte, jetzt ist alles vorbei."

Die 24-Jährige und ihr fünf Jahre älterer Partner hatten mit Freunden auf der Oberkasseler Brücke das Japanfeuerwerk bewundert und sich gemeinsam auf den Rückweg gemacht. "Wir waren zu siebt, ich fühlte mich sicher"", sagt Alex M. Bis die Gruppe auf dem tonhallenufer kurz stehenblieb. "Da wurde ich von hinten gepackt, jemand hielt mich gest und begrapschte mich."" Ihr Freund habe den Mann (kurze schwarze Haare, Koteletten-Kinn-Bart, etwa Anfang 20 und 1,80 Meter groß) sofort von ihr weggeschubst.

Der Angreifer geriet ins Straucheln – und dann seien dessen Begleiter auf Cesare P. losgegangen. "Sie traten wie Geisteskranke auf ihn ein, als er zu Boden gegangen war, gegen seinen Körper, gegen den Kopf und ins Gesicht. Und das schien ihnen Spaß zu machen!"

Passanten griffen ein, rissen die Schläger vom verletzten Cesare weg. Einer von denen holte aus, um auch Alex mit der Faust ins Gesicht zu schlagen. Auch da seien Helfer dazwischen gegangen. "Wir sind sehr dankbar für die Hilfe – wer weiß, was sonst geschehen wäre", sagt Alex M., die fürchtet, ihrem Freund wäre sonst das gleiche passiert wie dem jungen Niklas aus Bonn, der vergangene Woche an den Folgen einer solchen Attacke starb. Die Brutalität und Gnadenlosigkeit der Männer, bei denen es sich um Nordafrikaner gehandelt haben soll, hat Alex M. erschüttert. "Heute morgen hatte ich sogar auf dem Weg zur Arbeit Angst unter den vielen Menschen im Hauptbahnhof."

Cesare P. hat den Überfall mit schweren Prellungen am ganzen Körper und einer Verletzung am Auge überstanden. "Er hat starke Schmerzen, aber es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagt Alex M. die den Fall bei Facebook beschrieb. "Ich will nicht einfach darüber weggehen. Man muss darüber reden, darf es nicht leugnen, dass so etwas passiert", sagt sie. Ihr Beitrag wurde über 1000 Mal geteilt.

Die Polizei fahndet nach den Männern, bittet um Hinweise auf die Gruppe um den Grapscher, der am Feuerwerksabend ein helles Oberteil zu ansonsten dunkler Kleidung trug. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 12 unter der Rufnummer 0211-8700 entgegen.

Zu weiteren sexuell motivierten Attacken sei es nach Kenntnisstand vom Montag aber nicht gekommen. Laut Veranstalter waren beim Japan-Tag am Samstag 750.000 Menschen in Düsseldorf am Rhein unterwegs.

In der Silvesternacht war es in Düsseldorf wie in Köln zu zahlreichen sexuellen Attacken auf Frauen gekommen. Einer der mutmaßlichen Grapscher war kürzlich zu einem Jahr und sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Er stammt aus der Szene nordafrikanischer Diebe, deren Größe die Polizei in der Landeshauptstadt auf über 2000 Männer beziffert hatte.

(irz, sg)