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Kriminalstatistik 2017
"Düsseldorf ist sicherer geworden"

Kriminalstatistik 2017 Düsseldorf: Die wichtigsten Zahlen
Die Düsseldorfer Polizei ist zufrieden mit ihrer Arbeit, sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler (2. von rechts) bei der Pressekonferenz zur Kriminalitätsstatistik 2017. Das bestätigte auch Kriminaldirektor Dietmar Kneib (2. von links). FOTO: Helene Pawlitzki
Düsseldorf. Die Polizei hat Zahlen zur Kriminalität im Jahr 2017 präsentiert. Das Ergebnis: Die Fallzahlen sind in vielen Bereichen rückläufig, die Aufklärungsrate steigt. Der Polizeipräsident beklagt aber, dass viele Bürger sich trotzdem subjektiv nicht sicher fühlen. Von Stefani Geilhausen

"Düsseldorf ist sicherer geworden", sagte Düsseldorfs Polizeipräsident Norbert Wesseler zum Auftakt der Pressekonferenz Mittwochmittag. Dass landesweit so gute Zahlen präsentiert werden konnten, liege auch an der guten Statistik der Landeshauptstadt. Weniger als 70.000 Straftaten seien in Düsseldorf 2017 verübt worden - das erste Mal seit 1994. Das sei erfreulich. "Es wird nicht immer alles schlechter", sagte Wesseler. "Die objektiven Zahlen zeigen: Die Lage ist besser als das Gerede darüber."

Die wichtigsten Zahlen aus der Kriminalitätsstatistik 2017:

  • Gesamtzahl und Aufklärungsquote Ingesamt wurden 69.239 Straftaten in Düsseldorf verübt - 11 Prozent weniger als 2016 (77.929 Fälle). Die Aufklärungsquote liegt laut Polizeistatistik bei knapp 48 Prozent. Als Ziel für eine Großstadt gab Wesseler mindestens 50 Prozent an.
  • Rückläufig Taschendiebstähle, Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle und Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (also beispielsweise Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung) sind zurückgegangen.
  • Zunehmend Mehr Fälle gibt es beim Schwarzfahren, bei Vandalismus auf der Straße und Fahrraddiebstählen.
  • Verteilung 45 Prozent der Straftaten sind Diebstähle und 11 Prozent Rohheitsdelikte (zum Beispiel Körperverletzung oder Straßenraub). 0,7 Prozent aller Fälle waren Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 0,03 Prozent Straftaten gegen das Leben (wie Mord oder Totschlag, auch Versuche).
  • Wohnungseinbrüche und Diebstahl Die Fallzahlen sind rückläufig. 2016 gab es 2.391 gemeldete Einbrüche, 2017 knapp 35 Prozent weniger (1.560). Beim Taschendiebstahl sanken die Fallzahlen um 27 Prozent, von 8041 (2016) auf 5850.
  • Sexualstraftaten In der Statistik für  2017 gab es knapp 13 Prozent weniger Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung als 2016. Insgesamt wurden 461 Fälle registriert. 2016 waren es 527 gewesen - in diese Statistik fielen die Anzeigen bezüglich der Silvesternacht 2015/6. Der Wert für 2017 ist deutlich höher als in den Jahren 2012 bis 2015, als es meistens weniger als 400 Fälle gab.
  • Nationalitäten 57 Prozent der Tatverdächtigen 2017 hatten einen deutschen Pass, vier Prozent einen türkischen, jeweils drei Prozent waren Marokkaner oder Rumänen. Die Polizei schlüsselte die Nationalitäten auch noch einmal nur für Diebstahlsdelikte auf: Darunter waren 49 Prozent deutsche Tatverdächtige, sechs Prozent Rumänen, je vier Prozent Marokkaner und Polen und je drei Prozent Algerier und Serben.
  • Rauschgift Naturgemäß hoch (um 90 Prozent) ist die Aufklärungsquote der Drogendelikte, da die in der Regel durch Kontrollen entdeckt und damit die Täter sofort identifiziert werden. Dass die Zahl der Delikte in diesem Bereich gestiegen ist, hat ebenfalls damit zu tun, dass die Kontrollen verstärkt wurden. Gestiegen sind die Zahlen vor allem beim Cannabishandel und -konsum (2136 Verstöße).
  • Fahrraddiebstahl Statistisch gesehen wurden 2017 täglich zehn Fahrräder in Düsseldorf gestohlen. Weniger als fünf Prozent der Delikte wurden geklärt.

Inhaltlich lag der Fokus der Düsseldorfer Polizei 2017 nach eigenen Angaben besonders auf der Bekämpfung von Eigentumsdelikten wie Einbruch und Diebstahl. Wesseler appellierte an die Bürger, sich möglichst schon vor einem Wohnungseinbruch zu Sicherheitsmaßnahmen beraten zu lassen. Kostenlos biete die Polizei so eine Beratung in der Dienststelle Kriminalprävention an.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bekämpfung von Intensivtätern. Dazu arbeite man mit Staatsanwaltschaft und Stadt Düsseldorf zusammen, sagte Kriminaldirektor Dietmar Kneib. In Fallkonferenzen würde für jeden Einzelfall beraten, wie mit dem Täter umzugehen sei. Optionen dabei sind meist Haft oder Abschiebung, sofern es sich um einen Intensivtäter mit abgelehntem Asylantrag handelt. Die Initiative der Düsseldorfer Polizei läuft seit November 2017.

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