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Düsseldorf
Massenschlägerei: Randalierer prügelten Polizisten am Boden

Düsseldorf: Massenschlägerei: Randalierer prügelten Polizisten am Boden
40 Polizeibeamte hatten alle Mühe, den Großeinsatz wegen eines Familienstreits in Oberbilk erfolgreich zu beenden. FOTO: Kai Jürgens
Düsseldorf. Mehrere Männer gingen in Oberbilk auf Beamte los, als diese einen Familienstreit schlichten wollten. Die Polizisten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Drei Täter wurden vorläufig festgenommen. Von Uwe-Jens Ruhnau

Beim Versuch, einen Familienstreit zu schlichten, sind vier Polizisten in Oberbilk tätlich angegriffen worden. Sie wurden geschlagen und getreten. Erst ein Großaufgebot der Polizei konnte weitere Übergriffe verhindern und die explosive Situation entschärfen. Drei Polizisten mussten in einem Krankenhaus behandelt werden.

Die Notrufe aus Oberbilk gingen bei der Polizei um 22.40 Uhr in der Nacht zu Samstag ein. Gemeldet wurde, dass sich mehrere Männer lautstark auf der Straße streiten würden. Als der erste Streifenwagen an der Josefstraße eintraf, sahen die Beamten mehrere Männer, von denen einer gerade die Heckscheibe eines Autos zertrümmerte. Ein Familienstreit hatte sich auf die Straße verlagert, die Stimmung war höchst aggressiv. Man versuchte, den Mann zu beruhigen, was aber nicht gelang. Er sei Kampfsportler und werde die Beamten fertigmachen, sagte er, zog die Hose aus und ging mit erhobenen Fäusten auf die Polizisten los. Als diese den um sich schlagenden 33-Jährigen festnehmen wollten, eilten zwei weitere Männer (17 und 27) herbei.

Die Beamten wurden mehrfach in den Rücken getreten und mit Faustschlägen attackiert. Als einer mit voller Wucht ins Gesicht getroffen wurde und zu Boden ging, schlugen die Randalierer weiter auf ihn ein. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein und konnten die Schläger schließlich festnehmen.

Bereinigt war die Situation dadurch nicht, denn inzwischen hatten sich rund 40 Personen auf der Straße versammelt, Familienmitglieder - aus Südosteuropa, aber auch mit deutschem Pass - und Freunde solidarisierten sich. Nur mit Pfefferspray und Schlagstöcken konnte die Menge auf Abstand gehalten werden. Das Präsidium schickte reichlich Verstärkung, am Ende standen auch rund 40 Polizisten auf der Josef- und der Van-der-Werff-Straße. Nur langsam beruhigte sich die Lage.

Bei den drei Festgenommenen, zwei von ihnen sind Brüder, wurden Blutproben angeordnet. Man vermutete bei ihnen Alkohol- und Drogenmissbrauch. Gegen den 27-Jährigen lag bereits ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung vor. Er musste ärztlich behandelt werden, da er sich beim Familienstreit an einer zerbrochenen Flasche verletzt hatte. Er konnte den Geldbetrag zahlen, der zur Abwendung der Haftstrafe zu zahlen ist. Auch seine beiden Mitstreiter durften das Polizeipräsidium am Samstag wieder verlassen.

Drei der vier verletzten Polizisten wurden im Krankenhaus behandelt. Nach Kollegenaussagen sahen sie lädiert aus, setzten ihren Dienst aber fort und lehnten es auch ab, krankgeschrieben zu werden.

Nicht der einzige unangenehme Einsatz vom Wochenende. Als die Polizei ins Linksrheinische gerufen wurde, um einen Streit zwischen Jugendlichen zu schlichten, verkündete einer der Streithähne selbstbewusst: "Einen von euch zeige ich auf jeden Fall an, egal warum."

Quelle: RP
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