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Tod eines Siebenjährigen in Düsseldorf
"Junge unter extrem kritischen Bedingungen eingeliefert"

Siebenjähriger stirbt in Düsseldorf: Kind kam "unter extrem kritischen Bedingungen" in Uni-Klinik
Die Notfallpraxis an der Florastraße ist eine eigenständige Einrichtung im Gebäude des EVK. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Der siebenjährige Elias Mohammad starb am zweiten Weihnachtstag im Krankenhaus. Nun haben sich die Düsseldorfer Uni-Klinik und das Evangelische Krankenhaus zu dem Fall geäußert. Demnach wurde der Junge dort bereits in kritischem Zustand eingeliefert.

Die Familie des Kindes hatte schwere Vorwürfe gegen die Notfallpraxis und das Evangelische Krankenhaus (EVK) erhoben, wo ihr Kind falsch oder zu spät behandelt worden sei. Der Siebenjährige war am 26. Dezember von der Notfallpraxis ins EVK überwiesen worden. Die Notfallpraxis selbst gab bis zum Dienstagnachmittag unter Verweis auf den Datenschutz zunächst keine weitere Stellungnahme ab.

Dagegen äußerten sich das Evangelische Krankenhaus und die Uni-Klinik. "Informationen über eine Vorbehandlung, das heißt den Verlauf, die medizinische Diagnostik und Medikation" hätten dort an diesem Tag nicht vorgelegen, erklärte eine Sprecherin des EVK auf Anfrage. "Bei uns wurde er von unserem interdisziplinären Team mit allen notwendigen ärztlichen Kompetenzen entsprechend medizinisch behandelt, dann in die Uniklinik verlegt."

Elias Mohammads Herz blieb stehen, als er verlegt wurde

Den Schilderungen der Familie zufolge war die Mutter, nachdem der Kinderarzt im Weihnachtsurlaub war, mit dem fiebernden Kind in der Notfallpraxis, die von dem Verein "Notdienst Düsseldorfer Ärzte" in einem Nebengebäude des EVK betrieben wird, mehrfach mit einem Schmerzmittel nach Hause geschickt worden. Ihre Bitte, das Blut des Kindes zu untersuchen und ihre Hinweise auf Symptome einer Lungenentzündung seien ignoriert worden.

Am Zweiten Weihnachtstag habe sie mit dem Kind zwei Stunden warten müssen. Erst, als sich seine Haut gelblich verfärbte, habe eine Schwester seine Blutsättigung getestet. "Der Wert war so schlecht, dass sie glaubte, das Gerät sei kaputt", berichtete die erwachsene Schwester des Kindes. Erst dann sei ihr Bruder ins EVK gekommen und dort notfallmäßig operiert, dann in die Uni-Klinik gebracht worden, wo er schließlich starb. Mohammads Schwester: "Beim Umlagern blieb sein Herz stehen, dann wurde er eine Stunde lang reanimiert – vergeblich."

Uni-Klinik: "Unter extrem kritischen Bedingungen eingeliefert"

Die Uni-Klinik bestätigt: "Der Junge wurde am 26. Dezember unter extrem kritischen Bedingungen vom EVK nach dortiger Operation an die Uni-Klinik verlegt. Leider konnten wir ihn trotz sofortiger intensivmedizinischer Versorgung aufgrund des extrem kritischen Gesundheitszustandes nicht retten."

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In der Notfallpraxis wird derzeit geprüft, wer das Kind wann und wie behandelt hat. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte sich am Wochenende auch die Staatsanwaltschaft von Amtswegen eingeschaltet. Auch die Politik diskutiert darüber, ob die Notfallmedizin in Düsseldorf verbessert werden muss.

(nic/sg)