| 13.47 Uhr

Razzia in Düsseldorf
Table-Dance-Bars und Wettbüro durchsucht

Table-Dance-Bars und Wettbüro in Düsseldorf durchsucht
Table-Dance-Bars und Wettbüro in Düsseldorf durchsucht FOTO: Gerhard Berger
Düsseldorf. Zoll und Polizei haben am Wochenende neben zwei Nachtlokalen auch ein Wettbüro in Düsseldorf durchsucht. 170 Personen wurden überprüft, zwei wurden bereits mit Haftbefehlen gesucht. Von Stefani Geilhausen

Das Wettbüro an der Friedrich-Ebert-Straße gilt als "gefährlicher Ort". Das ist nicht einfach nur ein zweifelhafter Ruf, sondern eine polizeiliche Einstufung. "Wir hatten in jüngster Zeit eine ganze Reihe von Einsätzen wegen verschiedener Straftaten dort", erklärt Polizeisprechern Anja Kynast. Am Wochenende allerdings war es kein Einsatz, sondern eine Razzia nach dem Polizeigesetz, bei der 20 Polizeibeamte nachts beim Buchmacher erschienen.

170 Personen wurden dabei überprüft, zwei von denen wurden bereits mit Haftbefehlen zur Abschiebung gesucht. Zwei weitere Männer könnte demnächst ähnliches blühen: bei ihnen besteht der Verdacht des illegalen Aufenthalts in Deutschland. Fünf Gäste des Wettbüros waren von unterschiedlichen Justizbehörden zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben, zwei wurden wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt und in einem Fall machte auch der Zoll, der mit 14 Beamten die Polizei begleitet hatte, einen Aktenvermerk wegen Schwarzarbeit.

Das Wettbüro war nicht der einzige Einsatzort in der Nacht zum Sonntag: Die Beamten kontrollierten auch die – überwiegend weiblichen – Mitarbeiter zweier Table-Dance-Bars an der Mintropstraße und in der Altstadt. Den Verdacht, dass die dort auftretenden Damen nicht als freiberufliche Künstlerinnen agieren, hat der Zoll schon eine Weile und in dieser Nacht zumindest in zwölf Fällen deutliche Hinweise auf Scheinselbstständigkeit bekommen. Die betreffenden Frauen tanzten nur in jeweils einem Lokal an der Stange, gehörten dort fest zum Team und hätten keine anderen Auftraggeber; entsprechend liege der Verdacht nahe, dass für sie Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden müssten. Weitergehende Ermittlungen wurden eingeleitet.

(SG)