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Düsseldorf
BP/Aral prüft Umzug nach Düsseldorf

Düsseldorf: BP/Aral prüft Umzug nach Düsseldorf
Der Verwaltungssitz von BP und der BP-Tochter Aral in Bochum. Der Mietvertrag läuft im März 2016 aus. FOTO: BP
Düsseldorf. Der Mineralölkonzern BP erwägt, seine Verwaltungszentrale in Bochum aufzugeben und einen neuen Standort zu beziehen. Düsseldorf ist der Favorit. Gemeinsam mit der Tochter Aral könnten 1000 Mitarbeiter an den Rhein kommen. Von Thorsten Breitkopf und Nicole Lange

Düsseldorf könnte bald Sitz eines weiteren wirtschaftlichen Schwergewichtes werden. Der Mineralölkonzern BP erwägt einen Umzug seiner Verwaltungszentrale nach Düsseldorf. Derzeit ist diese noch in Bochum beheimatet. "Im März 2016 läuft der Mietvertrag für das Firmengebäude in Bochum aus", sagte ein BP-Sprecher. "Wir prüfen derzeit alternative Standorte für die Verwaltungszentrale", sagte der Sprecher des Mineralölkonzerns. Düsseldorf sei einer der Kandidaten. Es gebe aber noch andere Möglichkeiten im Ruhrgebiet, die geprüft würden. Welche Städte dort in Frage kämen, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Tatsache, dass Düsseldorf als einzige Alternative genannt wird, spricht dafür, dass die NRW-Landeshauptstadt als Favorit gilt. Ein Makler ist nach Informationen unserer Zeitung mit der Suche nach Flächen in Düsseldorf beauftragt. Auch wenn der Sprecher betont, dass auch ein Verbleib in Bochum möglich sei. Eine Entscheidung soll in den nächsten sechs Wochen fallen.

Durch einen Umzug würden rund 1000 Arbeitsplätze von Bochum nach Düsseldorf verlegt. Neben BP würde auch deren Deutschlandtochter Aral umziehen. Unklar ist, welche Standorte in Düsseldorf genau BP prüft. 1000 Mitarbeiter benötigen Maklern zufolge ein Bürogebäude von knapp 20 000 Quadratmetern. Bei einer Lösung mit variablen Arbeitsplätzen, wie sie jüngst von Siemens oder Vodafone umgesetzt wurden, könnte auch ein Gebäude von 13 000 bis 15 000 Quadratmetern ausreichen. Solche Flächen gibt es in Düsseldorf.

Kenner des Immobilienmarktes bestätigen, dass das Unternehmen intensiv und ernsthaft nach Flächen in der Stadt gesucht habe. Als besonders interessant und geeignet wurden demnach Büros im linksrheinischen Seestern-Gebiet genannt. Dort sind nach dem Wegzug von Vodafone große Flächen freigeworden; Immobilienbesitzer haben in ihre Gebäude investiert, etwa in das Xcite (Seestern 2). Die Verkehrsanbindung des Quartiers ist gut, Platz genug für einen großen Neu-Mieter wäre ebenfalls. Infrage käme auch ein Standort in der Airportcity, wo es noch unbebaute Flächen gibt - allerdings soll BP Flächen in einem bestehenden Gebäude suchen. Unwahrscheinlich ist auch ein Standort im Düsseldorfer Süden, der besonders lange Anfahrten für die Bochumer Mitarbeiter mit sich brächte. Nach Aussage des BP-Sprechers geht es dem Unternehmen vor allem um den Mietpreis, eine gute Verkehrsanbindung und Parkplätze.

Ein Mietvertrag in Düsseldorf ist nach Informationen aus dem Markt bislang nicht abgeschlossen. Bedenken des Betriebsrates wegen der deutlich längeren Anfahrt der Mitarbeiter spielten eine Rolle, so ein Experte. Es erscheine möglich, dass sich BP doch im bisherigen Umfeld im Ruhrgebiet bewegen wolle.

Bei der Wirtschaftsförderung begrüßt man den möglichen Zuzug. trotzdem. "Wir freuen uns, wenn BP zu uns zieht", sagt Wirtschaftsförderungschef Uwe Kerkmann. In den vergangenen Jahren zog bereits der Anlagenbauer Gea von Bochum in die Airport-City. Der Betonhersteller Cemex kam von Ratingen an die Theodorstraße. Alltours zieht von Duisburg nach Düsseldorf.

Quelle: RP
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