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Flüchtlingsunterkunft Düsseldorf
Brandschutt entzündet sich erneut

Glutnester entfachen Feuer in Flüchtlingsheim
Glutnester entfachen Feuer in Flüchtlingsheim FOTO: Patrick Schüller
Düsseldorf. Neun Tage nach dem Großbrand, der eine als Flüchtlingsunterkunft genutzte Lagerhalle der Messe völlig zerstörte, musste die Feuerwehr erneut an die Stockumer Höfe ausrücken. Von Stefani Geilhausen

Die Trümmer des Hallendachs waren in der Nacht zum Samstag in Flammen aufgegangen. Ersten Einschätzungen der Experten zufolge hatten sich Glutnester neu entzündet. Das Dach war aus Holz und geschichteten, verleimten Brettern, sogenannten Leimbindern, konstruiert gewesen. Letztere halten auch die Extremtemperaturen eines Feuers lange aus, sind deshalb nicht völlig verbrannt.

Nach dem Feuer am 7.Juni waren die Überreste auf einer Länge von 80 Metern knapp acht Meter hoch gestapelt worden. Darin könnten Glutnester auch die Regenfälle der vergangenen Tage unbemerkt überstanden haben. Die Feuerwehr hat den riesigen Stapel in der Nacht mit Radladern auseinandergenommen und ist nach weiteren Nachlöscharbeiten und Kontrollen am Samstag zuversichtlich, dass der Brand nicht erneut aufflammt.

Nach dem Brand waren der mutmaßliche Brandstifter und ein mutmaßlicher Aufwiegler verhaftet worden. Mehrere Männer aus ihrem Umfeld, darunter einige, gegen die wegen möglicher Beteiligung an der Brandstiftung ermittelt wird, waren zunächst mit den rund 300 Bewohnern der Halle in der Unterkunft an der Roßstraße untergebracht worden. Das hat trotz klarer Ansagen der Polizei offenbar zu erheblicher Unruhe unter den Flüchtlingen geführt. Deshalb sei die etwa 30-köpfige, überwiegend aus nordafrikanischen Asylsuchenden bestehende, Störer-Gruppe inzwischen in die eigens für solche Fälle vorgesehene Turnhalle an der Lacombletstraße verlegt worden, bestätigte die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch.

Die seit dem Brand überbelegte Unterkunft an der Roßstraße wird von den Johannitern betreut. Sie hätten um die Verlegung der Gruppe gebeten, mit der sich die Lage in beiden Quartieren deutlich entspannt habe. Die Stadt bemüht sich unterdessen darum, in Grevenbroich leerstehende Wohneinheiten für die Flüchtlinge anzumieten.

Quelle: RP
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