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Düsseldorf
Breite Zustimmung für Böllerverbot am Burgplatz

Düsseldorf. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) sagt: "Die Stadt muss endlich den Dumpfbacken Grenzen setzen."

Die Fraktionschefin der Liberalen ist keine Freundin von Verboten. Aber den Vorstoß der Polizei, das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk auf dem Burgplatz zu verbieten, unterstützt Marie-Agnes Strack-Zimmermann voll und ganz: "Das ist unterirdisch, was sich da abspielt. Dumpfbacken fluten die Stadt und setzen Feuerwerkskörper als Waffe ein. Lebensgefährlich. Da muss auch eine tolerante Stadt wie Düsseldorf endlich Grenzen setzen." Strack-Zimmermann verweist auf die Berliner Fanmeile, wo böllerfrei gefeiert wird: "Ein Vorbild." Sie selbst war zuletzt vor fünf Jahren Silvester am Burgplatz. "Das ist die pure Randale. Sollen doch die Idioten zuhause bleiben, dann können friedliche Menschen auf dem Burgplatz wieder feiern."

So sieht es auch Martin Volkenrath (SPD), der sich aus Marketinggründen aber eher eine "Ruhezone" vorstellen kann. "Verbot klingt so abschreckend." Man müsse prüfen, ob auch Marktplatz und Freitreppe zum familienfreundlichen, knallerfreien Gebiet erklärt werden können, "vielleicht mit einem schönen Bild von Jacques Tilly", damit die Botschaft positiv verstanden wird. "Organisieren könnte man das wie beim Glasverbot an Karneval - das wäre wunderbar", so der Vorsitzende des Ordnungsausschusses.

Skeptisch dagegen sind Norbert Czerwinski (Grüne) und Andreas Hartnigk (CDU), die ein Verbot für schwert umsetzbar halten. "Der OSD hat Silvester anderes zu tun, als ein solches Verbot zu überwachen", sagt Hartnigk. Letztlich müsse die Polizei dafür sorgen, dass friedlich feiernde Bürger nicht durch um sich ballernde Randalierer gefährdet würden. Czerwinski zweifelt nicht nur an der Umsetzbarkeit, sondern auch am Sinn: "Dann wird eben woanders geböllert."

In den Leserforen unserer Redaktion ist die Zustimmung dagegen ungewöhnlich einhellig. Vor allem Nutzer, die in den vergangenen Jahren Silvester am Burgplatz erlebt haben, würden gerne wieder dort das neue Jahr begrüßen, ohne Angst vor unkontrollierten oder vorsätzlich in die Menge geschossenen Feuerwerkskörpern haben zu müssen.

Über ein Verbot ist noch nicht entschieden, Polizei und Stadt wollen in den nächsten Wochen ihr Sicherheitskonzept für Silvester vorstellen.

(sg)
 
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