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Veranstaltung in Düsseldorf
Büchermeile am Rhein soll schrumpfen

Veranstaltung in Düsseldorf: Büchermeile am Rhein soll schrumpfen
Dreimal im Jahr findet die Büchermeile am Rheinufer statt. Im nächsten Jahr soll ein Termin gestrichen werden - das sorgt für Unmut. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Nur noch zwei statt der bislang drei Termine soll es nach dem Willen der Düsseldorf Tourismus geben. Das Altstadt-Marketing vermutet, die Zahl der Events am Rheinufer werde wegen Bürgerbeschwerden ausgedünnt. Von Jörg Janssen

Die Debatte um Art und Umfang der Veranstaltungen am Rheinufer ist um eine Facette reicher. Nach Informationen unserer Redaktion will die Düsseldorf Tourismus GmbH (DT) die beliebte Büchermeile 2018 nur noch an zwei Terminen stattfinden lassen. Bislang üblich waren drei Veranstaltungen zwischen Mai und September. Fürs Erste ebenfalls aus dem Event-Kalender gestrichen: die "Lange Tafel", ein Gastronomie-Angebot, das bislang zur Mittsommernacht gehörte und in diesem Jahr wegen der Tour de France auf den September verlegt wurde. Beide Veranstaltungen gehören zum Programm der Altstadt Marketing GmbH.

Deren Geschäftsführer Frank Hermsen ist irritiert über die Streichungen. "Das schwächt unser Ziel, die Altstadt mit positiv besetzten Veranstaltungen zu bewerben, und kostet uns am Ende Einnahmen in vierstelliger Höhe", sagt er. Erfahren habe das Altstadt-Marketing von der Änderung durch eine E-Mail des Arbeitskreises Großveranstaltungen, in dem die DT die Federführung hat - unmittelbar vor Beginn der letzten Büchermeile vor gut einer Woche. "Da waren die Postkarten mit Werbung für die drei Büchermeilen im kommenden Jahr bereits gedruckt", sagt Hermsen. Er hält es für wahrscheinlich, dass die aktuelle, vor allem von Bewohnern der Alt- und Carlstadt vorangetriebene Debatte um eine zu hohe Eventdichte hierbei eine Rolle spielt. Tatsächlich geht es in der Debatte neben illegalen Autorennen, Sicherheitsproblemen, ausufernden Junggesellenabschieden und Dauer-Lärm auch um die Zahl der Veranstaltungen - vor allem im Sommerhalbjahr. Alleine für Juni und Juli 2017 weist eine Liste der DT 19 Termine aus, wobei dort neben dem Rheinufer und dem Medienhafen auch die Rheinkirmes aufgeführt wird.

Mit Blick auf solche Zahlen hält CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt eine Überprüfung des Event-Managements für sinnvoll. "Wir müssen aufpassen, dass nicht immer mehr dazu kommt", sagte er vor kurzem. Genauso argumentiert Monika Lehmhaus (FDP). Sie fordert einen Event-Manager, "der den Veranstaltungsreigen professionell sortiert und im Auge behält, was wirklich zu Düsseldorf passt und was die Bürger sich für ihre eigene Stadt wünschen". Vorerst scheiterte sie mit ihrem Vorstoß im Ausschuss für Wirtschaftsförderung.

Dass es nun einen der drei Büchermeilen-Termine trifft, findet Lehmhaus einerseits schade ("ich liebe Bücher"), andererseits eröffne es die Chance, neu zu denken. "Warum nicht auf die Lorettostraße oder in die Friedrichstadt ausweichen?" DT-Sprecher Roman von der Wiesche warnt vor voreiligen Schlüssen. Zwar sei das Thema Termindichte immer "eine Art Hintergrund-Folie", vor der der Arbeitskreis das nächstfolgende Jahr plane. Im konkreten Fall seien aber andere Gründe ausschlaggebend. "Beim mittleren Termin für die Büchermeile Ende Juli gibt es Überschneidungen mit einer anderen Veranstaltung", sagt er. Welche das ist, will er allerdings nicht preisgeben. Dafür sei es "noch zu früh". Und bei der "Langen Tafel" sei es so, dass es das Mittsommernacht-Event so nicht mehr gebe, dafür aber Überschneidungen mit dem Triathlon.

Mit Unverständnis reagieren Standinhaber und Besucher der Büchermeile auf die geplante Streichung. "Wer über zu viele Events am Rheinufer klagt, meint ganz sicher nicht uns", sagt Arnold Pascher, der seit vielen Jahren einen Stand an der Büchermeile betreibt. Er und viele seiner Kunden störten sich schon eher an den Oktoberfesten in den Kasematten, die zumindest beim September-Termin das Stöbern in den Büchern durch Lärm störten. Dabei sei die Sehnsucht nach einem solchen Bummel seit der Schließung des Sternverlags eher größer geworden. Zu den Fans der Meile, bei der nur alte Bücher verkauft werden dürfen, zählt Michael Brand. "Jedes Mal werde ich hier fündig, es wäre schade, wenn einer der Termine wirklich wegfallen sollte." Genauso sieht das Ulrike Polenda. Wer in der Altstadt wohne, müsse letztlich mit einer Vielzahl von Veranstaltungen leben. Auf jeden Fall sollte "keine Büchermeile gestrichen werden."

Frank Hermsen hofft nun auf ein Gespräch mit der DT-Führung. "Wir werden alles daran setzen, den Juli-Termin zu retten."

Quelle: RP
 
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