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Kritik von Vereinen und Naturschützern
Bündnis gegen Wellness-Oase am Elbsee

Kritik von Vereinen und Naturschützern: Bündnis gegen Wellness-Oase am Elbsee
Eine Computer-Animation zeigt, wie die Wellness-Oase mit Blick auf den Elbsee einmal aussehen könnte. FOTO: IDR
Düsseldorf. Die schneebedeckten Planen auf Kanus und Segelbooten verstärkten gestern den Eindruck des Winterschlafs. Still ruht der See – noch. Denn unmittelbar neben dem Wassersportzentrum am Elbsee will die Stadt Düsseldorf eine Wellnessanlage errichten. Dagegen wollen die fünf Wassersportvereine sowie die Naturschutzverbände Bund und Nabu jetzt gemeinsam vorgehen. Von Stefanie Mergehenn und Michael Brockerhoff

Positionspapier

Vereinsvertreter haben nun ein ablehnendes Positionspapier unterzeichnet, das der Bezirksregierung vorgelegt werden soll – sobald das von der Unteren Landschaftsbehörde in Auftrag gegebene "Gesamtkonzept Elbsee" Anfang nächsten Jahres von den zuständigen Ämtern und öffentlich diskutiert wird. Michael Süßer vom Bund Düsseldorf ärgert es besonders, dass das besagte Konzept die zu erwartenden Emissionen der geplanten Oase nicht einbezogen hat – zumal deren Gelände mit 21 300 Quadratmetern die Fläche des Wassersportzentrums deutlich übersteigt.

Problematisch könne auch der Surf-Unterricht von fünf Düsseldorfer Schulen sein, die das an der Stadtgrenze liegende Gewässer nutzen. Erholungssuchende Gäste der Wellness-Oase würden sich wahrscheinlich an jauchzende Teenager und ihre sie lautstark instruierenden Lehrer stören, so die Kritiker. Fazit für Süßer : "Das Wellness-Zentrum passt nicht hierher" – auch auf Grund seiner gewerblichen Nutzung.

Eine Wellness-Oase beeinträchtigt nach Auffassung der Bezirksregierung aber die Natur am Elbsee nicht. Sie hat deshalb im August 2009 einer Änderung des Flächennutzungsplans für den Elbsee und dessen Uferbereiche zugestimmt, weil es keine negativen Auswirkungen auf die Landesplanung gebe. Zurzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für die Wellness-Oase. "Wir rechnen mit einer Verabschiedung des Plans Mitte 2010", sagt Heinrich Pröpper, Chef der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR). Die Tochterfirma der Stadt Düsseldorf will die Wellness-Oase bauen und dafür zwischen 15 und 20 Millionen Euro investieren.

Pröpper geht davon aus, dass die Aktivitäten der Sportvereine, die Wünsche der Naturschützer und die Wellness-Oase miteinander vereinbar sind. Denn das Zentrum mit Saunen, Massage- und Ruheräumen, Restaurants und Bars in etwa 6000 Quadratmeter großen Räumen sei ein geschlossener Bereich. "Die Erholungssuchenden können nicht im See baden", erklärt Pröpper. Von zwei Stegen, die in das Wasser hineinreichen, könnten sie jedoch die Landschaft genießen und in Kabinen auch saunieren.

Die Stadt Düsseldorf steht hinter dem Bau einer Wellness-Oase. Diese ruhige Nutzung sei dort auch wegen des Naturschutzes wichtig. Mehr Wassersport als bisher sei nicht gut für die sensible Umwelt, so Oberbürgermeister Dirk Elbers.

Quelle: RP
 
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