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Düsseldorf-Süd
Bürgerhäuser: Die Mieten steigen

Düsseldorf-Süd: Bürgerhäuser: Die Mieten steigen
Im Benrather Bürgerhaus findet unter anderem Breakdance-Training statt. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Düsseldorf-Süd. Im Süden stehen vier der acht Düsseldorfer Bürgerhäuser: die Freizeitstätte Garath sowie die Bürgerhäuser in Reisholz, Benrath und Wersten. Der Stadtrat hat im Dezember eine moderate Entgelt-Erhöhung beschlossen. Von Andrea Röhrig

Vier der acht Düsseldorfer Bürgerhäuser liegen im Stadt-Süden - ein super Wert, wenn man bedenkt, dass man bei der Einwohnerzahl wohl eher auf einen Wert von knapp 20 Prozent kommt. Neben der Freizeitstätte Garath gibt es Bürgerhäuser in Benrath, Reisholz und Wersten. Die anderen vier sind in Bilk im Salzmannhaus und im Stadtteilzentrum sowie in Gerresheim und Eller.

Seit 1996 hat die Stadt nicht mehr an der Gebührenschraube für die Nutzung gedreht. Das soll sich im kommenden Jahr ändern. Eine entsprechende Änderung der Nutzungsentgelte wurde mit der Benutzungsordnung in der jüngsten Ratssitzung im Dezember beschlossen - unter anderem gegen die Stimmen der CDU.

Im Bürgerhaus Reisholz wird regelmäßig das Orientalische Fest gefeiert. FOTO: Olaf Staschik

Deren Fraktion hatte bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung 9 Anfang Dezember deutlich gemacht, dass eine Verteuerung der Tarife das Gegenteil von der von Oberbürgermeister Thomas Geisel vor seiner Wahl versprochenen Stärkung der Stadtteile sei. Dort wurde mit der Mehrheit von Schwarz-Grün die Ergänzung beschlossen, den Rat zu bitten, die Erhöhungen moderater ausfallen zu lassen. Doch im Stadtrat gab es mit den Stimmen der Ampel aus SPD, Grünen und FDP eine Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung. Der Vertreter der Linken hatte sich in der BV 9 enthalten, im Stadtrat stimmte die Fraktion mit der CDU. Für die SPD-Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder fallen die Erhöhungen für die Vereine und Verbände moderat aus: "Das ist immer noch alles gut zu bezahlen. Vor allem, wenn man kleinere Räume benötigt."

Sie verweist darauf, dass die Nutzer ja nicht nur einen nackten Raum zur Verfügung gestellt bekämen, sondern gleich noch die Unterstützung der Teams der Bürgerhäuser. "Die sind alle unglaublich gut vernetzt im Stadtteil, machen eine tolle Arbeit und sind super engagiert", schwärmt Holtmann-Schnieder von dem Personal in den Einrichtungen. Sie ist Mitglied des Jugendhilfeausschusses, der inhaltlich für die Bürgerhäuser zuständig ist, weil sie an das Jugendamt angedockt sind. Für sie sind die Einrichtungen Orte, an denen die Bürger aktiv an der Gestaltung ihrer Stadtteile mitwirken können.

In der Freizeitstätte geben sich Künstler und Comedians die Klinke in die Hand - wie hier Manuel Andrack. FOTO: Staschik, Olaf (OLA)

Und das kommt auf die Nutzer der Bürgerhäuser im Einzelnen zu:

Freizeitstätte Garath

Die Freizeitstätte an der Fritz-Erler-Straße wird in der Neufassung der Benutzungsordnung nun als Bürger- und Kulturhaus für alle Bürger des Düsseldorfer Südens geführt - bislang beschränkte sich das Einzugsgebiet auf dem Papier auf die Stadtteile Garath und Hellerhof. Das Haus soll den neuen Namen "Bürger- und Kulturhaus Freizeitstätte Garath" führen. Mit seinen Veranstaltungen vor allem im Bereich Kabarett und Comedy zieht sie viele Besucher außerhalb des Düsseldorfer Südens an.

Drei Miettarife gibt es in allen Bürgerhäusern. Zum einen den für gemeinnützige Verbände und Vereine, dann den für gemeinnützige Veranstaltungen, bei denen Eintritt erhoben wird, sowie für private Veranstaltungen. Wer in der Freizeitstätte einen Tagungsraum bis zu 25 Quadratmeter bis zu drei Stunden nutzen will, zahlt in den unterschiedlichen Tarifen nun sechs, zwölf und 24 Euro, vor der Erhöhung waren 5,10 und 20 Euro fällig. Der Saal kostet für bis zu vier Stunden nun 60, 120 und 240 Euro, vorher waren es 50, 100 und 200 Euro. Allerdings hat die Stadt in der Neufassung den Passus der Reinigungspauschale gestrichen. Hier wurden bislang für die professionelle Säuberung des Saals 50 Euro fällig. Nun heißt es, dass die Räume in dem Zustand zurückgegeben werden müssen, in dem sie übernommen wurden.

Bürgerhaus Reisholz

Das Bürgerhaus Reisholz bietet eine bunte Palette an Veranstaltungen, seit über 20 Jahren das Café Kult sowie die Jazz-Bar oder die Schallplatten-Börse oder auch das orientalische Fest und die Adventsrevue. Hier sind die Mietpreise für Räume für die Dauer von bis zu zwei Stunden für Vereine und Verbände stabil geblieben. Privatleute zahlen 16 Euro und damit einen Euro mehr. Eine Änderung hat es bei der Zeitdauer gegeben. Wenn man bisher den Saal je nach Tarif für bis zu fünf Stunden für 50/100 oder 200 Euro mieten konnte, zahlt man nun dasselbe für eine vierstündige Nutzung. Jede weitere Stunde kostet statt fünf/zehn/20 Euro nun 12,50/25 oder 50 Euro mehr.

Bürgerhaus Benrath In der Benrather Einrichtung gibt es unter anderem viele Sportangebote. Um die Räume besser auszulasten, wurde der bisherige Drei-Stunden-Satz auf zwei Stunden reduziert. Die Anmietung eines Gruppenraums kostet nun acht/13/18 Euro. Jede weitere Stunde schlägt mit vier/6,50 und neun Euro zu Buche. Vorher waren es zehn/17,50, 25 Euro.

Bürgerhaus Wersten: Auf dem Gelände an der Werstener Dorfstraße 90a befinden sich zwei ehemalige Schulgebäude mit einem großen umgebenden Außengelände. Das hintere Gebäude wird als Jugendfreizeiteinrichtung in Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde genutzt. Im vorderen, ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, befindet sich das Bürgerhaus. Als Stadtteilkulturzentrum steht es insbesondere den Vereinen, Gruppen und Freien Trägern aus dem Stadtteil Wersten für die Durchführung von Aktivitäten zur Verfügung. Es gibt vier Räume (jeweils 53 Quadratmeter groß), allerdings können sie nicht für eine einzelne Veranstaltung angemietet werden. Die Miete beträgt zwischen 1,50 und drei Euro im Monat pro Quadratmeter. Früher: 1,25 und 2,50 Euro.

Quelle: RP
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