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Park-Wahnsinn in Düsseldorf
Wenn die Polizei um Mitternacht klingelt

Parken in Düsseldorf: Wenn die Polizei um Mitternacht klingelt
Lukas Reiners ist sauer: Mitten in der Nacht musste er sein Auto wegstellen. Er vermutet, dass es an seinem KR-Kennzeichen liegt. FOTO: andreas bretz
Düsseldorf. Die Parkplatznot an der Ackerstraße ist so groß, dass viele Autofahrer in zweiter Reihe stehen. Lukas Reiners musste seine Auto nachts wegstellen, obwohl er weder Feuerwehrzufahrt noch Rettungsweg blockierte. Von Nicole Kampe

Spät ist Lukas Reiners an jenem Donnerstag Anfang Februar vom Hockey-Training nach Hause gekommen. 23 Uhr wird es sicher gewesen sein. Eine Weile fuhr er mit dem Auto durch die Siedlung rund um die Ackerstraße, auf der Suche nach einer freien Lücke. Fündig wurde er nicht, irgendwann parkte er an der Neanderstraße in zweiter Reihe, wo schon einige Pkw abgestellt waren. "Das wird hier toleriert", sagt der 26-Jährige, "weil die Parkplatznot groß ist."

Kurz vor Mitternacht schellte es an der Tür, Reiners und seine Freundin ignorierten das Klingeln. Sie hatten niemanden erwartet, vermuteten ein Versehen. Es klingelte wieder, dann öffnete Reiners die Tür. "Da stand die Polizei", sagt der Student. Die Beamten sagten ihm, sein Auto stehe falsch, er müsse es umparken. "Und das mitten in der Nacht", sagt Lukas Reiners, der den Polizisten schließlich folgte, um den Wagen wegzustellen.

Knöllchen wegen auswärtigen Kennzeichens?

An seiner Windschutzscheibe klebte ein Benachrichtigungszettel wegen Falschparkens, Reiners schaute sich um. "Ich war der Einzige mit diesem Zettel, die anderen Autos in zweiter Reihe hatten keinen." Er versuchte noch, die Polizisten anzusprechen, aber die fuhren bereits mit dem Streifenwagen davon. "Sie haben wohl nur geschaut, ob ich zum Auto gehe", sagt Reiners.

Wie hoch die Strafe sein wird, das weiß der Flingeraner nicht. Er wartet noch auf die Post. Seine Vermutung ist, dass die Polizei ihm das Knöllchen wegen des auswärtigen Kennzeichens gegeben hat, sein Auto ist in Krefeld angemeldet - dort kommt er ursprünglich her, dort wohnen seine Eltern noch. Die anderen Fahrzeuge hätten alle ein D-Nummernschild gehabt. "Oder wieso habe nur ich den Zettel bekommen?", fragt Lukas Reiners. Er sah Ähnlichkeiten zu Rick van Beeks Situation an der Erkrather Straße. Van Beek hatte an seinem Fahrzeug mit KR-Kennzeichen schon mehrfach einen Strafzettel vom Ordnungsdienst erhalten fürs Falschparken, seine Frau mit Düsseldorfer Nummernschild dagegen hatte nie ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer. Immerhin wurde Reiners' Auto nicht abgeschleppt - einem Freund, der nur ein paar Häuser weiter wohnt, ist genau das passiert. "Er hat auf der Behrenstraße geparkt", sagt Reiners, soll zu nah an einer Kurve gestanden haben. "Sein Auto ist in Dinslaken gemeldet", sagt Reiners.

Polizei spricht von ungewöhnlichem Einsatz

Polizeisprecher André Hartwich hat in den Einsatzprotokollen keinen Eintrag zu der Nacht von Anfang Februar gefunden. "Sowas wird eigentlich festgehalten", sagt er. Und ungewöhnlich sei der Einsatz auch. "Wenn keine Gefahr ausgeht, wie eine blockierte Feuerwehrzufahrt oder ein zugestellter Rettungsweg, schellt die Polizei nicht", sagt Hartwich. Die Beamten würde eigentlich nur eine Halterabfrage machen, um ein Abschleppen des Pkw zu verhindern.

Einen Strafzettel per Post soll Lukas Reiners wohl nicht bekommen von der Polizei, sagt Hartwich, dafür gab es vor einer Woche ein Knöllchen am Hermannplatz. "Da war dann auch gleich ein Überweisungsträger dabei", sagt der 26-Jährige. 25 Euro muss Reiners bezahlen, "obwohl ich auf einem ausgewiesenen Parkplatz gestanden habe". Fotos hat Reiners zum Beweis gemacht. Bezahlen will er erstmal nicht, sondern Widerspruch einlegen, sollte eine Zahlungsaufforderung kommen. Die Suche nach einem Parkplatz in Flingern wird sich für Lukas Reiners wohl auch in Zukunft nicht so schnell verbessern. Zwar könnte er einen Stellplatz in einem Parkhaus mieten, "aber 60 Euro pro Monat sind viel Geld für einen Studenten", sagt er. Außerdem sei das nächstgelegene Parkhaus bereits voll ausgelastet.

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Quelle: RP
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