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Düsseldorf
Politik kämpft weiter gegen Bahnlärm

Düsseldorf: Politik kämpft weiter gegen Bahnlärm
Die Anwohner von Speyer- und Grüner Weg nutzen den Bundestags-Wahlkampf für sich, um endlich ein bisschen ruhiger am Abstellbahnhof leben zu können. FOTO: nika
Düsseldorf. Die gute Nachricht vorweg: Der Unterstützerkreis für die Anwohner des Abstellbahnhofs Wersten wird von Woche zu Woche größer. Da spielt der Wahlkampf den lärmgeplagten Anwohnern von Grüner und Speyerweg in die Karten. Mit der Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel (CDU) sprachen sie über die belastende Situation. Von Nicole Kampe

Sie wollen endlich Ruhe und saubere Luft. Seit Jahren schon kämpfen Menschen wie Michael Strelow und Ute Reinhardt vergeblich gegen die Deutsche Bahn, die das Gelände im Düsseldorfer Osten betreibt.

Weil die Bahn aber zuerst da war, müssen sich die Elleraner offenbar mit dem Lärm und den Abgasen abfinden, die die dort abgestellten Dieselloks und Züge produzieren. 24, manchmal 48 Stunden am Stück ertragen Strelow und seine Nachbarn den Krach und den Gestank, im Sommer müssen sie Fenster geschlossen halten, können kaum auf dem Balkon sitzen. "Wir müssen an einem Strang ziehen", sagt Holger-Michael Arndt (Grüne), Mitglied in der Bezirksvertretung 8. Schon mehrfach waren Lärm und Luftverschmutzung Thema in der BV, von der städtischen Politik fühlt sich Arndt alleingelassen, "wir sind Spielball kommerzieller Interessen der Deutschen Bahn". Froh ist er darüber, dass sich die Bürger so lautstark melden, "weil sich viele Politiker auf höheren Ebenen häufig zurückhalten, wenn sie Einfluss auf die Bahn nehmen sollten". Ähnliche Beschwerden sind auch bei Markus Dreist (SPD) angekommen, Tenor: "Die Lage hat sich verschärft." Er will weiterhin das Gespräch zur Bahn suchen, sie bitten, Bahnen nicht so nah an den Häusern abzustellen. Eine parteiübergreifende Lösung muss es geben, ist sich Lutz Pfundner (Die Linke) sicher, "es geht um die interessen der Bürger". Hilfe hat auch Sylvia Pantel zugesichert, den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sie bereits angeschrieben.

Dass die Deutsche Bahn den Anwohnern des Abstellbahnhofs bei der Mobilen Redaktion Mitte Juni Versprechungen gemacht, davon aber nichts umgesetzt hat, bedauern die Politiker. Ein persönlicher Ansprechpartner sollte zum Beispiel eingesetzt werden, den die Lärmgeplagten kontaktieren können, sobald wieder ein aufgerüsteter Zug nahe der Hauswände steht. "Wir können nichts machen", sagt Strelow, "aber wir können die Bahn ärgern", meint Pantel.

Die CDU-Fraktion formuliert derzeit einen Antrag, den sie in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung 8 einbringen will. "Es kann nicht sein, dass wir über ein Diesel-Fahrverbot sprechen, hier in Eller aber Dieselzüge Tag und Nacht laufen", meint CDU-Ratsherr Dieter Reinold. Nach der Bundestagswahl will Pantel wiederkommen, eine Veranstaltung organisieren, dazu das Gesundheitsamt einladen, das Umweltamt, die Bahn, vielleicht auch einen Umweltmediziner, "der sich zu den Folgen von Lärm und Luftbelastung äußern kann", sagt Pantel, die an Einhausung denkt und spezielle Filter.

Einen natürlichen Lärmschutz hat es einmal gegeben entlang der Häuser, "der wurde abgeholzt", sagt Anwohner Florian Güdel: "Günstig wäre eine solche Bepflanzung und schön aussehen würde das auch."

Quelle: RP
 
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