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Düsseldorf-Süd
Bus nahm Rollstuhlfahrer nicht mit

Düsseldorf-Süd: Bus nahm Rollstuhlfahrer nicht mit
Die Straßenbahnen und Busse der Rheinbahn sind größtenteils barrierefrei. Bestimmte Fortbewegungsmittel wie E-Scooter dürfen nicht transportiert werden - ein Rollstuhl gehört aber nicht dazu. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf-Süd. Sascha Ems, mobil eingeschränkter E-Rollstuhlfahrer, wollte einfach nur mit dem Bus nach Hassels. Dann wurde ihm die Beförderung verweigert und der Bus fuhr vor seinen Augen weg. Von Paul Küchler

Als Sascha Ems am Dienstag gegen 17 Uhr mit der Buslinie 785 der Rheinbahn von den Uni-Kliniken in Richtung Hassels fahren wollte, passierte es: Der Busfahrer hielt an der Haltestelle, verweigerte Ems aber, ihn zu befördern. Dann fuhr er los. Einfach so.

Ems, im Elektro-Rollstuhl sitzend, mobil und sprachlich eingeschränkt, ist immer noch fassungslos. Schließlich hat die Rheinbahn ihm doch eine Verfügung zugeschickt, in der geregelt steht, wen Busfahrer befördern dürfen. Die Mitnahme von sogenannten "E-Scootern" ist demnach verboten - für ihn eigentlich kein Problem, er hat ja schließlich einen E-Rollstuhl.

Der Busfahrer erkannte das offenbar nicht und fuhr einfach los - bevor Ems ihm erklären konnte, dass er sehr wohl befördert werden darf. Ems ist sprachbehindert und gibt mittels einer Tastatur ein, was er sagen möchte. Das steht dann auf einem kleinen Bildschirm, den er und sein Gegenüber lesen können. Der Busfahrer konnte das nicht lesen, weil er schon weiterfuhr. So musste der Rollstuhlfahrer dann die Straßenbahnlinie 701 nehmen und machte einen Umweg.

Rheinbahnsprecher Eckhard Lander erklärte, dass dies nicht das erste Mal sei, dass so etwas passiert sei. "Für uns ist das Problem klar. Wir werden mit dem betroffenen Busfahrer sprechen, ihn ermahnen und versuchen zu erklären, wen genau er befördern darf", sagte Lander. Es gebe einige wenige Fahrer, die die Beförderungsbestimmungen für Rollstuhlfahrer nicht kennen, gesteht er. Die seien aber die Ausnahme. 95 Prozent wüssten jedoch, was zu tun sei. Ziel sei es jetzt, diese "Schwarzen Schafe", also Busfahrer, die die Bestimmungen nicht kennen, ausfindig zu machen und sie aufzuklären, sagte der Rheinbahnsprecher. Über verschiedene Kanäle werden die Mitarbeiter bereits informiert - sowohl schriftlich, als auch digital über das Rheinbahn TV. Falls solche Vorfälle in Zukunft wieder vorkommen, werde man personelle Konsequenzen ziehen müssen. Anbieten kann Eckhard Lander Sascha Ems nur eine Entschuldigung. "Wir bedauern den Vorfall zutiefst und hoffen sehr, so etwas in Zukunft vermeiden zu können."

Dass Sascha Ems damit wenig geholfen ist, weiß auch der Rheinbahnsprecher. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei es aber, meinte Lander. "Wir werden dafür Sorge tragen, dass weder Herrn Ems, noch sonst jemandem, so etwas wieder passiert."

Quelle: RP
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