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Chaos in Düsseldorf
Busbahnhof zu klein für Andrang

Chaos in Düsseldorf: Busbahnhof zu klein für Andrang
Der An- und Abtransport des Gepäcks ist einer der Punkte, der für Schwierigkeiten an den Halteplätzen des Busbahnhofs sorgt. Es sind schon Koffer überrollt worden. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. 2009 hat die Stadt den 1,5 Millionen Euro teuren Halteplatz an der Worringer Straße eröffnet. Inzwischen herrschen dort regelmäßig chaotische Zustände, deshalb sucht die Stadt nun einen möglichen neuen Standort. Von Christian Herrendorf und Stefanie Thrun

Mehr Busse als Halteplätze, Passagiere, die aus den Bussen steigen und auf die Worringer Straße laufen, Koffer, die überrollt werden, und Zufahrtsstraßen, über die jede Menge Reisebusse fahren - das sind einige der Probleme, die nun zu dem politischen Beschluss geführt haben, einen neuen Standort für den Fernbusbahnhof zu prüfen. Die Begründung: Der Boom des Marktes für Reisen mit Bussen sei bei der Eröffnung des jetzigen Standorts nicht abzusehen gewesen, er werde dem jetzigen Ansturm nicht gerecht. "Diese Probleme treten nicht nur zu saisonal bedingten Spitzenzeiten auf, sondern ganzjährig", heißt es im Antrag, der einstimmig angenommen wurde.

Mit der neuen Diskussion wird nach kurzer Unterbrechung eine lange Geschichte fortgeschrieben. Schon Anfang des Jahrhunderts diskutierten die Düsseldorfer Verkehrspolitiker, wo Reisebusse idealerweise halten können, weil der damalige Haltepunkt am Worringer Platz ungeeignet war. Damals galt zunächst der Parkplatz am Südpark als Favorit. Er scheiterte allerdings an einer Bürgerinitiative, die mit Blick auf den Lärm mehrere tausend Unterschriften sammelte. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten des Geländes an der Worringer Straße.

1,5 Millionen Euro investierte die Stadt dort und eröffnete schließlich im Dezember 2009. Nachdem einige Anlaufschwierigkeiten behoben worden waren, lief der Bahnhof für kurze Zeit zufriedenstellend, dann aber stieg die Zahl der Busse. Pro Tag stehen inzwischen mehr als 100 Fahrzeuge auf dem Plan. Die Ziele der elf Unternehmen reichen von Amsterdam bis Thessaloniki. Hinzu kommen noch private Reisegruppen, die die Worringer Straße als günstigen Treffpunkt nutzen.

Das Ordnungsamt kontrolliert stichprobenartig während der allgemeinen Verkehrsüberwachung, ob die Regeln des Busbahnhofs eingehalten werden. Dabei treten nach Angaben der Behörde vor allem zwei Probleme auf: Autofahrer, die Menschen bringen oder abholen, blockieren die Halteplätze und Busfahrer lassen unnötig lange den Motor laufen.

Das Verkehrsamt stellt nun eine Liste möglicher Standorte zusammen, die eine Reihe von Bedingungen erfüllen müssen. Neben einer Fläche, die auch für Sanitärbereiche ausreicht, ist vor allem die Anbindung entscheidend. Der neue Standort muss nah an einer der Autobahnen liegen und an einer Stelle, an der auch öffentliche Verkehrsmittel unterwegs sind, die die Fahrgäste möglichst schnell zum Hauptbahnhof bringen. Alternativ könnten die Busse auch auf zwei Standorte aufgeteilt werden, so dass zum Beispiel nationale Verbindungen weiter über die Worringer Straße laufen und internationale über einen neuen Platz. Wann die Ergebnisse der Recherche vorliegen, konnte Verkehrsamtsleiterin Andrea Blome noch nicht sagen.

Quelle: RP
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