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Traditionsunternehmen
Düsselfdorfer Caterer Stockheim ist insolvent

Caterer Stockheim aus Düsseldorf ist insolvent
Am Flughafen war Stockheim lange stark vertreten, im Januar jedoch erhielt das Unternehmen überraschend nicht wieder den Zuschlag. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf/Langenfeld. In einem Insolvenzverfahren in Eigenregie mit dem bestehenden Management soll die Firma Stockheim aus Düsseldorf saniert werden. Der Betrieb geht weiter. Der Verlust der Flughafenrestaurants an einen Wettbewerber ließ den Umsatz einbrechen. Von Thorsten Breitkopf

Das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Stockheim hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Wie das Unternehmen am Freitagmittag mitteilte, hat das Gericht den Anträgen bereits stattgegeben. Nun beginnt ein so genanntes "vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenregie". Der Rechtsanwalt Biner Bähr wurde vom Gericht zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er war als Insolvenzverwalter unter anderem bereits bei der Pleite der Immobilienfirma WGF oder der Neusser Schraubenfirma Whitesell oder Teldafax tätig.

Geschäftsführer Sven Steinkuhl, der 2016 von der Kette Vapiano zu Stockheim gewechselt war, bleibt bei dem Verfahren in Eigenregie weiter im Amt und leitet die Firma. Dabei wird er von dem Sanierungsberater Utz Brömmekamp begleitet, der bereits vor dem Insolvenzantrag für Stockheim arbeitete und jetzt als Sanierungsgeschäftsführer in das Handelsregister eingetragen wurde. Bähr wird die Geschäftsführung im Sinne der Gläubiger überwachen, wie er am Freitag erklärte. "Die Geschäfte laufen uneingeschränkt weiter", teilte Steinkuhl mit. Die Gehälter würden für drei Monate in Form von Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit gezahlt. Dadurch würde dem Unternehmen nun die notwendige Liquidität zur Verfügung gestellt. Die Firma musste wegen drohender Zahlungsunfähigkeit den Insolvenzantrag stellen.

Keine Stellungnahme zum Thema Stellenabbau

Zu einem möglichen Stellenabbau, Kündigungen oder die drohende Schließung von Standorten wollte am Freitag keine der handelnden Personen Stellung beziehen. Der Haupt-Gesellschafter und langjährige Chef Karl-Heinz Stockheim ließ gestern mitteilen: "Ich unterstütze die Sanierungsbemühungen zu 100 Prozent."

Besonders hart hatte Stockheim getroffen, dass das Unternehmen bei der Ausschreibung der zahlreichen Flughafenrestaurants nicht den Zuschlag erhalten hatte. Dort war Stockheim seit den 1950er Jahren der Platzhirsch. "Das wird uns etwa zehn Millionen Euro an Umsatz kosten", sagte Steinkuhl. Insgesamt erwirtschaftete Stockheim im abgelaufenen Jahr etwa 70 Millionen Euro Umsatz. Außerdem sei ein Umsatz in Höhe von sieben Millionen Euro für zweieinhalb Jahre weggebrochen, weil das Kongresscenter in Hamburg abgerissen wird und erst in zwei Jahren neu entsteht. Dort war Stockheim für das Catering verantwortlich.

Neben der Rheinterrasse und als letztem Flughafenbetrieb dem B2B-Café im Flughafen betreibt Stockheim noch Gastronomie im Bahnhof sowie an den Flughäfen Köln/Bonn und Münster/Osnabrück. Außerdem wird das Catering an Messe und Kongresszentrum dort betrieben. Von 750 Mitarbeitern arbeiten etwa 540 in Düsseldorf.

Bereits vor der Insolvenz hat es den Versuch einer Sanierung gegeben. Es war versucht worden, die Verwaltung an den geringeren Umsatz anzupassen. Laut Bähr und Brömmekamp ist es gut möglich, dass Schuldner auf einen Teil ihrer nicht durch Sicherheiten gedeckten Forderungen verzichten müssen.

 
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