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Düsseldorf
CDU hält die Seilbahn im Gespräch

Düsseldorf: CDU hält die Seilbahn im Gespräch
Die Horizontal-Seilbahn in Ankara verbindet den Stadtteil Sentepe mit der U-Bahnstation Yeni Mahalle. Die Kabinen sind für bis zu zehn Personen ausgelegt. FOTO: Leitner Ropeways
Düsseldorf. Ungeachtet der in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie für eine bessere Anbindung des Bergischen Viertels an den Personennahverkehr unternimmt die CDU in der Bezirksvertretung 7 einen neuen Anlauf, das Projekt voranzutreiben. Von Marc Ingel

7 Es ist aktuell das absolute Lieblingsprojekt von Hanno Bremer (CDU), und er lässt sich von einer im Ordnungs- und Verkehrsausschuss beschlossenen Machbarkeitsstudie, wie das Bergische Viertel besser an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen werden könnte, auch keinen Deut davon abbringen, die Idee einer Seilbahn für den Stadtbezirk 7 voranzutreiben.

In der Sitzung der Bezirksvertretung 7 präsentierte die CDU einen entsprechenden Prüfantrag an die Verwaltung, detailliert aufgeschlüsselt mit einzelnen Stationen, Trassenverlauf und Betriebskostenschätzung - nicht wirklich in der Hoffnung, dass eine Mehrheit dem folgen würde, sondern, wie Bremer selbst einräumte, um die Diskussion offen zu halten. Hintergrund bleibt der drohende Verkehrskollaps auf Bergischer Land- und Ludenberger Straße, der, darin sind sich alle Politiker im Stadtbezirk einig, sich zuspitzen dürfte, wenn neue Wohngebiete vom Quellebusch (bald) über das Glasmacherviertel (mittelfristig) bis zur Bergischen Kaserne (langfristig) hinzukommen.

Folgendes schlägt die CDU vor: Die Trasse der Seilbahn sollte ausschließlich über öffentliches oder städtisches Gelände führen, ohne Schneisen in den Wald schlagen zu müssen. Mit Talstation auf dem Staufenplatz und Linienführung über Grafenberger Wald unter Anbindung von Ludenberg, Neuenhaus, Knittkuhl, Bergische Kaserne, Hubbelrath und einer Endstation auf der Aussichtsplattform der dann geschlossenen Deponie.

Die Mülldeponie solle voraussichtlich 2018 geschlossen werden, so die CDU, und könnte dann als Freizeitgelände hergerichtet werden. "Eine Seilbahnanbindung wäre darüber hinaus eine touristische Attraktion für Düsseldorf und die Umgebung. Daher könnten womöglich auch private Investoren und Betreiber gefunden werden. Deswegen sollten die Aspekte Stadtmarketing und Tourismus in diesem Zusammenhang geprüft werden", erklärte Bremer, der sich unlängst in Koblenz vom Hersteller einer Seilbahn von diesem Transportmittel begeistern ließ. Dort habe er auch erfahren, dass eine Förderung von Seiten der EU, von Bund und Land möglich sei - "angeblich bis zu 90 Prozent".

In der anschließenden Diskussion machten die anderen Parteien deutlich, dass man der Idee einer Seilbahn nicht prinzipiell ablehnend gegenüber stehe, "sollten wir diesem Antrag aber zustimmen, würden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt bereits festlegen und gegen andere Verkehrsmittel aussprechen, die dann in der in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie womöglich favorisiert werden", betonte Elke Fobbe (FDP).

Dass die von der CDU abgesteckte Strecke zudem über Galopprennbahn und Stratenhof führe, sei konfliktreich, die Mülldeponie als Endstation komme schon mal überhaupt nicht in Frage. Auch Sönke Willms-Heyng (FDP) plädierte dafür, dem Sachverstand der Verwaltung zu vertrauen, statt immer wieder mit ein- und demselben Antrag die Diskussion in eine Richtung lenken zu wollen. Für Eva Mörger (Grüne) ist der Antrag nicht mehr als ein "Fake", zudem verbiete es sich, die ernsthaften Verkehrsprobleme im Stadtbezirk mit dem Luftschloss eines "Fun- und Freizeitparks" auf der Mülldeponie zu verknüpfen.

Am Ende zog Bremer den Antrag zurück. Sein Ziel, die Seilbahn im Gespräch zu halten, hatte er aber erreicht.

Quelle: RP
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