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Düsseldorf
Cellist Beckmann soll ausziehen

Düsseldorf. Für die Sanierung müsste das Schumann-Hauses wohl unbewohnt sein. Von Arne Lieb

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe wollen mit Thomas Beckmann über die anstehende Sanierung des Schumann-Hauses an der Bilker Straße sprechen - und offenbar über einen Auszug des Cellisten und Obdachlosen-Aktivisten. Ob nur vorübergehend oder dauerhaft, ist unklar. Beckmann bewohnt seit 1989 mit seiner Frau eine Wohnung im zweiten Stock und dem Dachgeschoss des historischen Gebäudes in städtischem Besitz. Schon länger ist das Gespräch mit Geisel geplant, Beckmann sollen in der Vergangenheit auch schon Alternativen angeboten worden sein. Stadtsprecherin Kerstin Jäckel will sich zu den Details der Verhandlungen nicht äußern. Sie betont, man werde sich an geltende Verträge halten. Aus dem OB-Büro heißt es, man sei "irritiert", dass ein Gesprächstermin mit Beckmann bislang nicht zustande gekommen sei.

Hintergrund ist der miserable Zustand des Gebäudes. Die Stadt musste es mit Stützbalken sichern. Seit längerem gibt es Pläne, das Gebäude zu sanieren und es zugleich stärker für ein Gedenken an das Komponistenpaar Clara und Robert Schumann zu nutzen. Im Erdgeschoss befindet sich bereits eine Gedenkstätte, nun ist der Ausbau zu einem Museum angedacht. Es soll an das gegenüber ansässige Heine-Institut angedockt werden, das über eine Sammlung zu den Schumanns verfügt. Ein privater Freundeskreis hat eine hohe Summe als Zuschuss in Aussicht gestellt, erste Überlegungen wurden bereits dem Kulturausschuss vorgestellt.

Als Ziel gilt eine Fertigstellung bis zum Jahr 2018. Zumindest für die Zeit der Kernsanierung müssten die Bewohner in jedem Fall ausziehen, heißt es von einem Kenner der Vorgänge. Zu den offenen Fragen gehört, wie der Rest des Hauses künftig genutzt werden soll. Der Vorsitzende des Kulturausschusses, Friedrich Conzen (CDU), würde sich eine andere Nutzung wünschen. "Ich fände es gut, wenn Thomas Beckmann umziehen würde", sagt er. "Man könnte die Räume zum Beispiel als Ateliers für Austausch-Studenten nutzen."

Quelle: RP
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