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Rechtsstreit
Classic Remise statt Meilenwerk

Düsseldorf. Wegen eines Rechtsstreits wird das Meilenwerk jetzt umbenannt. Doch auch unter neuem Namen locken Hunderte von gepflegten klassichen Autos an die Harffstraße und erzählen die Historie des Automobils. Von Stephan Hamacher

"Classic Remise" klingt nach Chrom, nach Geschichte, nach Gastronomie, nach Kultur. Die ersten Oldtimer-Zentren der Republik in Düsseldorf und Berlin präsentieren Pioniere aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, Limousinen der 20er und 30er Jahre und Wirtschaftswunderautos aus den 50ern. Aber auch Rennwagen der 60er und Sportboliden aus den 70ern, den Trabi aus den 80ern sind zu sehen. Eben zeitlos schöne historische Autos. Da werden Erinnerungen an den ersten Kuss im kleinen Renault wach oder gar Touren im flotten Jaguar E.

Eine Kutschenwerkstatt

"Remise" bezeichnet letztlich auf vornehme Weise eine Kutschen-Werkstatt. Hier am Namensrecht liegt ein mittelschweres Problem. Denn das "Meilenwerk", weltweit erfolgreiche "Wall Street" für Liebhaberstücke auf Rädern an der Harffstraße 110a, musste sich umbenennen. Eben in "Classic Remise". Bald wird an der Grenze von Wersten zu Eller das alte Namensschild abmontiert und durch einen neuen Schriftzug ersetzt. Briefbögen und Flyer werden neu gedruckt.

Grund ist ein bizarrer Streit um Namens- und Markenrechte. "Jede Umbenennung ist anstrengend", sagt Investor und Geschäftsführer Rüdiger Lange.

Das erste "Meilenwerk" wurde 2003 in Berlin eröffnet, Düsseldorf kam 2006 und erwies sich als bester Standort. Stuttgart folgte im Jahr 2009, aber unter einer anderen Regie. Jedes "Meilenwerk" wurde von anderen Firmen gebaut: Berlin von der Wirtschaftsberatung Halder, Düsseldorf von Insignium, Stuttgart betreut als Beraterin Branded Bricks. Das neue Objekt Horgen/Zürichsee soll von einer "Meilenwerk AG" – gegründet Anfang 2010 – gebaut werden.

Die einzigen Konstanten waren die Eigentümer in Berlin und Stuttgart. Rüdiger Lange: "Die Gefahr der Verwechslung unserer Objekte mit der neu gegründeten Meilenwerk AG war für uns ganz wesentlicher Beweggrund, den Namenswechsel zu vollziehen." Denn die AG habe mit den bestehenden Objekten nichts zu tun, und es gebe keine wirtschaftliche Verbindung.

Jüngstes Projekt am Zürichsee

Am Zürichsee soll nun das jüngste Projekt entstehen, vermutlich unter dem originalen Taufnamen "Meilenwerk". Nach einem Konkurs der Bauträger musste das Familienunternehmen für die Standorte Düsseldorf und Berlin deutlich mehr investieren als zuvor geplant; die Rechte für den Namen "Meilenwerk" wechselten mehrfach. Schließlich konnte sich Lange mit den Konkurrenten nicht auf eine Fortsetzung der Rechte als Lizenznehmer des Namens einigen.

Im "Classic Remise" finden sich Werkstätten für Reparaturen und Restaurationen, Händler mit weltweiten Beziehungen und etwa 300 Fahrzeugen, die zum Verkauf stehen. Sie sind mitunter ausgestellt in Glasgaragen entlang einer Galerie, für deren Benutzung eine Warteliste besteht. Dazu kommen ein Restaurant und ein Bistro sowie ein Biergarten, ein Souvenir-Laden und eine ständige Ausstellung. Und das schönste Auto überhaupt? "Der Star ist die Mannschaft", sagt Marketing-Leiter Mika Hahn.

Quelle: RP
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