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Drei Fragen Stefan Drewes
Cybermobbing fängt in der Grundschule an

Düsseldorf. Experten diskutierten im Weiterbildungszentrum über das aktuelle Thema.

Wie hat sich das Phänomen Cybermobbing an Schulen entwickelt?

Stefan Drewes Die Formen des Mobbings, die Netzwerke und das Nutzerverhalten ändern sich so schnell, dass Untersuchungen von 2013/2014 kaum noch aussagefähig sind. Dabei gaben bis zu 30 Prozent der Jugendlichen an, schon einmal über den Weg der digitalen Kommunikation belästigt, bloßgestellt oder ausgeschlossen worden zu sein. Die Präventionsprogramme beginnen in den fünften bis siebten Klassen. Aber schon ab der dritten, vierten Klasse sind manche Kinder damit konfrontiert, wenn sie ein Smartphone bekommen.

Wie wirkt Prävention am besten?

drewes Grundlegend für Prävention gegen Mobbing ist ein gutes Schulklima, bei dem die Schüler lernen, Respekt voreinander zu haben und Werte im Umgang miteinander zu beachten. Als Zweites ist wichtig, die Medienkompetenz weiterzuentwickeln, zu vermitteln, was passiert, wenn ich etwas ins Netz stelle. Als Drittes gehört das Wissen dazu, was die Schüler tun können, wenn gemobbt wird. Das geht nur mit selbstbewussten und aufgeklärten Schülern, die nicht selbst mitmachen und ihre Ablehnung auch äußern. Die Schüler regulieren sich dann gegenseitig.

Ist es eine Lösung, bei What's App-Gruppen nicht mitzumachen?

drewes Ich glaube nicht. Man schließt sich dann von der Kommunikation aus. Schwierig ist es, wenn man Dinge erfährt, die man nicht wissen will. Warum verabreden sich andere fürs Kino und ich werde nicht gefragt? Das kann belasten. Wir bilden in Düsseldorf ältere Schüler zu Medienscouts aus, und diese geben ihr Wissen an jüngere weiter. Zum Beispiel, welche Art von Informationen man an alle schickt und welche nur an eine einzelne Person.

SONJA SCHMITZ FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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