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Rewe nimmt alte Währung wieder an
D-Mark ist immer noch gefragt
Rewe nimmt alte Währung wieder an: D-Mark ist immer noch gefragt
Kassiererin bei Rewe am Düsseldorfer Carlsplatz. FOTO: RP, Andreas Bretz
Düsseldorf. Rund 13,6 Milliarden D-Mark sind in Deutschland noch im Umlauf. Auf die gehorteten Schätze hoffen in der nächsten Woche die Düsseldorfer Rewe-Märkte: Von Montag, 22. Februar, bis Samstag, 27. Februar, nehmen die Filialen "die gute alte D-Mark" wieder an, heißt es in einer Werbebroschüre. Von Hanna Koch

"Wir wollen den Kunden die Möglichkeit geben, alte D-Mark-Bestände bequem beim Einkaufen auszugeben", sagt Rewe-Referentin Anja Delang. 32 Düsseldorfer Filialen stellen in der kommenden Woche die Kassen um.

Aktionen steigern den Umsatz

"Viele Einzelhändler hoffen, über kurzfristige Aktionen von den D-Mark-Ersparnissen zu profitieren", glaubt Waltraud Loose, Geschäftsführerin des Düsseldorfer Einzelhandelsverbands. "Allerdings werden solche Aktionen immer seltener", sagt Loose. Das Interesse der Kunden sei gering, der Euro mittlerweile als Zahlungsmittel voll akzeptiert. Je länger die Einführung des Euro zurückliege, desto mehr sinke Bereitschaft des Handels, D-Mark anzunehmen.

So ist es beispielsweise bei Karstadt nicht mehr möglich, die alte Währung einzusetzen. "Aber die Kunden fragen auch nicht danach", sagt Ralph Blank, Organisationsleiter der Karstadt-Filiale an der Schadowstraße. Ebenso sieht es Lothar Hildebrandt, Geschäftsführer des Kaufhofs an der Kö: "Die Mark ist bei uns kein Thema mehr." Der Grund für die ablehnende Haltung: Der Aufwand ist zu groß – "wenn nur kleine Beträge zusammenkommen, lohnen sich Umrechnung und Umtausch für uns nicht", stellt Blank klar. Deswegen seien Aktionstage der einzig profitable Weg, böten diese doch die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit hohe D-Mark-Beträge einzunehmen.

Anders sieht es bei C&A aus: Hier können Kunden durchgehend mit D-Mark bezahlen. "Für uns bedeutet das keinen Mehraufwand", sagt Marc Röseler, Geschäftsführer der C&A-Filiale an der Schadowstraße. Per Knopfdruck können die Kassen auf DM umgestellt werden, der Umrechnungskurs beträgt 1,95583. Auch eine kombinierte Bezahlung mit D-Mark und Euro ist möglich, als Wechselgeld wird Euro ausgegeben. "In den vergangenen Tagen haben wir im Schnitt rund 30 Mark pro Tag eingenommen", berichtet Röseler. Es gebe durchaus Tage, an denen mehr als 100 D-Mark zusammenkommen.

Wer seine Ersparnisse in D-Mark nicht in den Geschäften ausgeben, sondern lieber sparen möchte, kann die alte Währung in der Düsseldorfer Hauptverwaltung der Bundesbank an der Berliner Allee 14 umtauschen. 16 000 Menschen nutzten diesen Gratis-Service im vergangenen Jahr, rund sechs Millionen Mark wurden abgegeben. Eine Umtauschfrist gibt es nicht, alle Scheine und Münzen ab 1948 werden in Euro getauscht.

Quelle: RP
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