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Düsseldorf
Darmkrebsvorsorge kann Leben retten

Düsseldorf: Darmkrebsvorsorge kann Leben retten
Patient Hans-Jürgen Eikelmann und die Ärzte Konstantin Zarras und Richard Kölble (v.l.) beantworteten Fragen der Leser. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Aktionstag morgen in den Schadow Arkaden mit Infoständen, Theaterstück und Podiumsgespräch. Von Sonja Schmitz

Wer gestern keine Gelegenheit zum Gespräch mit den Experten bei der Telefonaktion der Rheinischen Post zum Thema Darmkrebsvorsorge hatte, der hat gleich morgen die Chance, dies nachzuholen. In der Zeit von 10 bis 20 Uhr können Interessierte Einblicke in die Vorbeugung und Behandlung von Darmkrebs gewinnen. Dazu lädt der Verbund Katholischer Kliniken (VKKD) ein.

Konstantinos Zarras, Leiter des Darmkrebs-Zentrums im VKKD, und sein Team möchten für den hohen Nutzen der Vorsorgeuntersuchung ab 50 Jahren sensibilisieren. Er weist darauf hin, dass durch die Entdeckung und Beseitigung von Vorformen des Darmkrebses die Erkrankung verhindert werden kann. Zarras: "Eine frühzeitige Erkennung rettet Leben." Wie und unter welchen Umständen eine Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert ist, wollten gestern zahlreiche Leser wissen. Im folgenden einige Fragen und Antworten aus der Telefonaktion:

Wenn ich bei einem niedergelassenen Gastroenterologen eine Darmspiegelung machen lasse, kann auch er kleine und große Polypen entfernen?

Ja, das ist möglich. Ab dem Alter von 55 Jahren treten bei jedem vierten Polypen auf, die eine Vorstufe zu Darmkrebs sind. Bis sich daraus Krebs entwickelt, veranschlagen Experten zehn bis 20 Jahre, eine andere Studie rechnet mit acht bis 15 Jahren. Liegt bei der ersten Vorsorgeuntersuchung kein Befund vor, findet die nächste Untersuchung erst in zehn Jahren statt. Ein Zeitraum, den Zarras für etwas zu lang hält: "Nach sieben Jahren würde ich mich wohler fühlen."

Ich habe einen nichtabtragbaren Polypen und bin schon einmal im Bauchraum operiert worden. Ist bei mir eine minimalinvasive Operation möglich?

Ja. Bei der sogenannten Schlüssellochtechnik werden über kleine Schnitte in die Bauchdecke die etwa fünf Millimeter feinen Operationsgeräte wie Videokamera, Ultraschallschwere und Greifzange eingeführt. Bei dem Verfahren tragen die Chirurgen 3-D-Brillen, dies ermögliche, die Nerven im Becken zu schonen, erklärt Zarras.

In meiner Familie ist bereits Darmkrebs aufgetreten. Wie hoch ist mein Risiko und wie kann ich ihm vorbeugen?

Sind Eltern oder Geschwister erkrankt, ist das eigene Risiko drei- bis vierfach erhöht. Ist beispielsweise ein Elternteil noch vor dem 60. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankt, sollte das Kind spätestens mit 40 Jahren zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Gleiches gilt, wenn vor dem 50. Lebensjahr des Verwandten ein Darmpolyp aufgetreten ist.

Ich bin vor zwei Jahren an Darmkrebs erkrankt und operiert worden. Nun leide ich sehr häufig an Durchfällen, die ich mir auch mit der psychischen Belastung erkläre, die ich durch die Erkrankung habe. An wen kann ich mich wenden?

In zertifizierten Darmkrebs-Zentren können Sie sich in diesen Fragen an Psychoonkologen wenden.

Wo kann ich mich seriös im Internet über die Erkrankung informieren?

Die Seite www.awmf.org informiert über die Leitlinien zur Behandlung wissenschaftlich fundiert und unabhängig von der Industrie.

Quelle: RP
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