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Düsseldorf
Darum bin ich bei der Feuerwehr

Düsseldorf: Darum bin ich bei der Feuerwehr
Alina Bretzke (14) engagiert sich bei der Feuerwehr Garath. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Düsseldorf. Mehr als 80 Mitglieder der Düsseldorfer Jugendfeuerwehr testeten am Samstag auf der Anlage des Garather Sportvereins im Gruppenwettkampf ihr Können. Zwei Gruppen teilten sich am Ende den Sieg. Von Katharina Schneider-Bodien und Hans-Jürgen Bauer (Fotos)

Teamarbeit wird bei der Feuerwehr groß geschrieben. Jeweils zehn Teams der Stadtteilgruppen aller Jugendfeuerwehren absolvierten deshalb am Samstag jeweils fünf Prüfungen, um ihre Fitness und Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Die gemeinsam errungenen Punkte führten die Teams zum Sieg.

Die Vorgaben, nach denen die Leistungsnachweise abgenommen wurden, stammen vom Verband der Feuerwehren in NRW. Die Nachwuchskräfte wurden bei strahlendem Sonnenschein in verschiedenen Wettkämpfen praktisch und theoretisch geprüft. Zu den zu bewältigenden Aufgaben gehörten ein Löscheinsatz mit einem Feuerwehrauto, ein Staffellauf in voller Montur und ein Wissenstest. Der umfasste nicht nur Fragen aus dem Feuerwehralltag, Die Teilnehmer wurden zum Beispiel auch nach dem aktuellen Bundespräsidenten gefragt.

Lars Kentenich (15) ist bei der Feuerwehr Kalkum aktiv. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Alina Bretzke ist 14 Jahre alt und schon seit drei Jahren bei der Jugendfeuerwehr Garath. Durch einen Bekannten, der bei der Berufsfeuerwehr ist, wurde sie auf die Jugendgruppe aufmerksam. "Außerdem haben die Mädchen gesucht", erzählt sie. Jetzt sind sie vier Mädchen in der Löschgruppe. "Das ist aber eher selten. Normalerweise sind es immer viel mehr Jungs, obwohl wir Mädchen überhaupt keinen Nachteil haben", sagt sie. Ihre Freunde finden das ungewöhnliche Hobby cool, später möchte sie es zum Beruf machen. "Mein Traum wäre es, irgendwann mal bei der Berufsfeuerwehr zu sein. Mindestens aber beim Rettungsdienst."

Rund 30 aktive Feuerwehrleute, die auch als Jugendbetreuer tätig sind, hatten die Prüfungs-Stationen in den vergangenen Wochen vorbereitet. Die Tests finden jährlich statt, in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal auf den Sportplätzen des Garather SV. Die Jugendfeuerwehr in Düsseldorf ist schon seit langem eine feste Säule, um Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen. "Ungefähr ein Viertel der Jugendlichen ist auch als Erwachsener noch für die Feuerwehr tätig. Einige entschließen sich sogar für die Berufsfeuerwehr", schätzt der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Christof Cremer. Jede der zehn Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr in Düsseldorf unterhält eine Jugendfeuerwehrgruppe aus neun Jugendlichen plus Reservejugendlichen.

Nicolas Busch (14) gehört zur Feuerwehr Wittlaer. FOTO: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Lars Kentenich kam vor mehr als vier Jahren über einen Tag der offenen Tür zur Jugendfeuerwehr Kalkum. Alle zwei Wochen trifft sich sein Löschzug zu theoretischen Prüfungen und praktischen Übungen. "So ein Löscheinsatz macht mir aber viel mehr Spaß als die trockene Theorie", erzählt der 15-Jährige. Beruflich weiß Lars noch nicht ganz genau, wo es mal hingeht - die Feuerwehr ist natürlich eine Option. Auf jeden Fall möchte der 15-Jährige später bei der Freiwilligen Feuerwehr aushelfen.

Nicolas Busch war so begeistert von der Jugendfeuerwehr, dass er seinen kleinen Bruder als Mitstreiter gewonnen hat. Neben aller Begeisterung gibt der Jugendliche aber auch zu bedenken, dass es viele Gleichaltrige gibt, die mit der Jugendfeuerwehr nichts anfangen können. "Die sind zu cool dafür. Dabei macht das alles großen Spaß!". Besonders ein simulierter 24-Stunden-Dienst, der Erste-Hilfe-Kurs oder Test-Brandeinsätze haben es dem 14-Jährigen angetan.

Mit knappen Ergebnissen gab es am Samstag gleich zwei Sieger. Den Pokal mussten sich zwei Jugendgruppen teilen: Der Technik- und Kommunikationszug von der Posenerstraße und die Jugendlichen der Feuerwehr Garath waren gleich gut und erzielten die identische Punktzahl.

Quelle: RP
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