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Düsseldorf flopt im Ranking
Das Auf und Ab der Gästezahlen

Fotos: Das sind die zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten
Fotos: Das sind die zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Weil die Zahl der Übernachtungen im vergangenen Jahr in Düsseldorf gesunken ist, rangiert die Landeshauptstadt bei einem Online-Vergleichsportal unter den Flop-Städten 2015. Von Sonja Schmitz

Der Tourismus in Deutschland boomt und Düsseldorf steht im Wettbewerb der Städte um die meisten Besucher seit Jahren gut da: unter den Top-Ten-Adressen. Mit 4,4 Millionen Übernachtungen im vorigen Jahr rangiert die Landeshauptstadt derzeit auf Platz sechs - hinter Köln und vor Dresden.

Das Internetportal billiger.de, das auf seiner Seite alle möglichen Produkte und Anbieter vom Auto bis zum Stromlieferanten vergleicht, hat sich nun daran gemacht, die Übernachtungszahenl verschiedener Städte aufzulisten. Je nachdem, ob das Reiseziel in diese Hinsicht dazugewonnen oder verloren hat, landet es bei den Top- oder Flop-Städten. Auf den größten Verlierer Dresden (1133.265) folgt Düsseldorf mit einem Rückgang von 88.591 Übernachtungen.

Als Grund für die negative Entwicklung sieht das Vergleichsportal die Demonstrationen zur Flüchtlingskrise. Anders als in der sächsischen Landeshauptstadt würde zwar in Düsseldorf die positive Einstellung gegenüber Flüchtlingen überwiegen. Billiger.de spekuliert darüber, dass Demo-Fernsehbilder beiden Städten geschadet hätten.

Eine Erklärung, die Roman von der Wiesche, Sprecher der Düsseldorf Marketing Tourismus (DMZ), nicht nachvollziehen kann. "Das wird nicht der Grund gewesen sein. Das hätten wir an den Anfragen gemerkt", ist er sich sicher. Vielmehr sei mit Blick auf den Messekalender der Rückgang erwartbar gewesen. "2014 war ein echtes Sahnejahr", sagt von der Wiesche. Mit Wire & Tube, vor allem Interpack, aber auch Euroshop und Metav seien allein 430.000 Besucher in die Stadt gekommen. Hinzu kamen auch Konzerte wie die von Udo Lindenberg und den Rolling Stones. 2015 gab es dann für die großen Messen keine Veranstaltungen in vergleichbarer Größe. Von der Wiesche weist darauf hin, dass es trotz des Rückgangs bei den Übernachtungszahlen die Zahl der Gästeankünfte im vergangenen Jahr leicht stieg. Sie lagen mit gut 2,7 Millionen auf Rekordhöhe. Das deute darauf hin, dass die Städtetouristen die fehlenden Messebesucher etwas ausgeglichen hätten.

Allerdings erwischte Düsseldorf 2015 auch noch eine weitere touristische Schwächung. Während andere Städte schon 2014 zu spüren bekamen, dass russische Touristen wegen der Wirtschaftskrise und dem abgewerteten Rubel ihre Reisen nach Europa eingeschränkt haben, ist diese Entwicklung in Düsseldorf erst mit Verzögerung angekommen. 2014 hatten noch 128.000 russische Gäste in der Landeshauptstadt übernachtet - 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr ging die Zahl dann massiv zurück - um 34 Prozent. Die mehr werdenden asiatischen Gäste füllen diese Lücke bislang noch nicht aus.

Für dieses Jahr sieht die DMT hoffnungsvoll auf zwei richtig große Messen: Die Drupa startet Ende Mai, im Herbst steht die Kunststoffmesse K an.

Quelle: RP
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