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Düsseldorf
Das bringt das Flughafen-Grundstück

Düsseldorf. Die Ampel will zwischen 330 und 660 Millionen Euro einnehmen. Von Thorsten Breitkopf

Wem gehört der Flughafen? Die Flughafengesellschaft gehört zur Hälfte der Stadt, zur anderen Hälfte dem privaten Konsortium Airport Partners GmbH. Der Großteil des Grundstücks, auf dem Flughafen und Landebahnen stehen, gehört aber der Stadt Düsseldorf. Diese hat ihn in Erbpacht langfristig an den Flughafen vermietet.

Wie viel nimmt die Stadt durch die Pachtzahlungen für das Grundstück ein? Laut einer Studie betrug die Erbpachtzahlung im Jahr 2012 9,7 Millionen Euro. Nach jüngeren Angaben fließen 11,1 Millionen Euro Miete pro Jahr vom Airport in die Stadtkasse.

Was plant die Ampel-Koalition? Die neuesten Pläne sehen vor, dass die Stadt das Erbpachtgrundstück an die Flughafengesellschaft verkauft und die Erlöse in die Stadtkasse fließen.

Wie viel erlöst die Stadt durch den Grundstücksverkauf? Einen konkreten Preis haben die beteiligten Politiker aller drei Parteien noch nicht genannt. Nach Ansicht der Ampel kann das Grundstückgeschäft relativ zeitnah umgesetzt werden und würde den Angaben zufolge "einen hohen dreistelligen Millionenbetrag" erzielen. Er soll so hoch sein, dass es "Generationen" dauern würde, bis er von der jährlichen Pacht ausgeglichen wird, sagte FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Rede ist von 30 bis 60 Jahren. Je nach Ansatz und ohne Berücksichtigung möglicher Zinsen ergäbe sich rechnerisch so ein Preis zwischen 330 und 660 Millionen Euro.

Wie lange läuft der Vertrag offiziell noch? Nach Angaben der Politiker läuft der Erbpachtvertrag noch gute zehn Jahre.

Wie geht es jetzt weiter? Die Kämmerin soll schnell mit den Verkaufsgesprächen beginnen, das Geld soll in den im September eingebrachten Haushaltsentwurf für 2017 schon hineingeschrieben werden.

Was hält das Flughafen-Management von den Plänen und wie wird der Kauf finanziert? Laut Ampel-Politikern wurde von Seiten der Geschäftsführung und des privaten Gesellschafters Interesse bekundet, das Grundstück zu kaufen. Gut möglich, dass aufgrund der niedrigen Zinsen den Flughafen ein Kauf der Flächen billiger kommt als die heutige Pacht. Zur Finanzierung wurden keine Angaben gemacht. In der jüngsten Bilanz weist der Flughafen liquide Mittel in Höhe von 23 Millionen Euro aus, was nicht für einen Kauf ausreichen dürfte. Also hat die Flughafengesellschaft im Prinzip drei Möglichkeiten: 1.) Sie nimmt einen Kredit auf. 2.) Sie verkauft eine eigene Beteiligung, beispielsweise eine Tochtergesellschaft oder den Flughafen Mönchengladbach, und nutzt die Erlöse für den Grundstückskauf. 3.) Es gäbe eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung. Daran müsste sich aber auch die Stadt beteiligen, damit ihr Anteil am Airport nicht unter die wichtige Marke von 50 Prozent fällt.

Quelle: RP
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