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Heimat erleben in Düsseldorf
Das Gedächtnis der Stadt

Heimat erleben in Düsseldorf: Das Gedächtnis der Stadt
Susanne Anna, die Direktorin des Stadtmuseums, mit dem Bild "Der Mond (Herzmond)" (1921) von Gert Heinrich Wollheim. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. In den Museen und Archiven der Stadt erzählen Millionen Exponate davon, was die Düsseldorfer geschaffen und gesammelt haben. Die Leiterin des Stadtmuseums hat für die RP ein Lieblingsstück aus dem Depot geholt. Von Arne Lieb

Susanna Anna erinnert sich daran, wie sie als Kind mit ihrem Vater das Stadtmuseum besuchte - und einige Stücke sie faszinierten. Es waren die Porträts von Mutter Ey und andere Bilder der Künstlergruppe Junges Rheinland. Seit zwölf Jahren leitet Anna nun das Museum, und die Bilder faszinieren sie noch immer, heute natürlich auch, weil sie um ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte und ihr Museum weiß. "Wer sich für diese Künstlergruppe interessiert, kommt am Stadtmuseum nicht vorbei", sagt Anna.

Die Sammlung zum Jungen Rheinland ist eine von vielen, die in dem Haus an der Berger Allee bewahrt werden. Unter den mehr als 250.000 Exponaten und 80.000 Büchern des Museums befinden sich aber auch Fotos, Spielzeug, Mode oder Möbel. Das Museum verwahrt auch eine Pinzette aus dem 5. Jahrhundert, die in Oberlörick gefunden wurde, oder Prunkwaffen aus der Zeit von Kurfürst Jan Wellem.

Es sind unzählige Dinge, die über die Menschen erzählen, die in früheren Zeiten in Düsseldorf gelebt haben. Das meiste wartet in Depots darauf, wieder in einem neuen Kontext in einer Ausstellung gezeigt zu werden. "Das Faszinosum für Museumsleute ist, aus dem Bestand immer wieder Dinge zu finden, zu erforschen und zu zeigen", sagt Anna.

Wenn es um die Heimat Düsseldorf geht, ist oft vom Rhein, dem Altbier oder dem Schlossturm die Rede. Aber zur Heimat gehören auch die riesigen Bestände in Museen und Archiven, die vom Leben in Düsseldorf erzählen. Etwa im Stadtarchiv, das 14 Regalkilometer Schriftstücke verwahrt. Dort findet man eine Urkunde von 1382, aber auch alte Akten der Verwaltung, die bei manchem Rechtsstreit wieder wichtig werden. "Wir sind das Gedächtnis der Stadt", sagt Leiter Benedikt Mauer.

Dazu gehört zum Beispiel auch das Museum Kunstpalast, das die städtische Kunstsammlung mit mehr als 100.000 Werken vom Mittelalter bis zur Gegenwart bewahrt. Natürlich nicht nur Werke von Düsseldorfern, sondern auch solche, die durch Ankäufe oder Spenden der Stadt gehören - das gilt auch für andere Museen. Der Kunstpalast besitzt etwa auch den "Heiligen Franziskus in Meditation"des spanischen Malers Francisco de Zurbarán, der für die aktuelle Ausstellung restauriert wurde.

Im Stadtmuseum ist derzeit eine Ausstellung zum Thema Gesundheit zu sehen - und damit lassen sich wieder einige der vielen Schätze aus den Depots entdecken, nicht nur aus dem Stadtmuseum. Das Heine-Institut etwa steuert einen Brief des schwerkranken Heinrich Heine aus der Pariser Matratzengruft bei, das Goethe-Museum ein Gemälde des Hausarztes der Familie Jacobi. Und die Werbeagentur Grey steuert einen Aufsteller des HB-Männchens bei, das einst in Düsseldorf ersonnen wurde.

Nun ist in der Ausstellung auch ein Lieblingsstück von Susanne Anna zu finden, das sie für die RP aus dem Depot geholt hat: Der "Herzmond" des Junges-Rheinland-Malers Gert Heinrich Wollheim. "Eines seiner schönsten Blätter", findet Anna. "Und weil ein Herz zu sehen ist, passt es auch in die Gesundheitsausstellung."

Quelle: RP
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