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Düsseldorf
Das große Staunen beim Wahl-Frühstück

So erlebten Düsseldorfer die US-Wahl
So erlebten Düsseldorfer die US-Wahl FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Der Triumph von Donald Trump sorgte bei der RP-Veranstaltung im Medienhafen für viele Diskussionen. Von Uwe-Jens Ruhnau (Text) und Andreas Bretz (Fotos)

Es war wie nach der Fahrt in der Geisterbahn oder wenn man Augenzeuge eines Unfalls geworden ist. Als sich gestern um 6.30 Uhr im Medienhafen die Türen der Landesanstalt für Medien (LfM) öffneten, waren in den Gesichtern Unglaube und Schock abzulesen. Sollte Donald Trump tatsächlich die US-Präsidentenwahl gewinnen? Die Rheinische Post hatte mit dem US-Generalkonsulat, dem Amerika-Haus und der LfM zum "Election-Breakfast" geladen, und der Trend pro Trump stand zu diesem Zeitpunkt längst fest.

Im Foyer und in mehreren Sälen der Landesanstalt für Medien wurde das Ergebnis der US-Wahl erörtert. FOTO: Bretz Andreas

Hier sind die Stimmen der prominenten Gäste:

  • USA-Experte Friedrich Merz (CDU) hatte schon am Abend seine Zweifel an einem Clinton-Sieg gehabt. "Trump lag in Ohio vorn, und in den letzten Jahrzehnten hat kein Kandidat gewonnen, der nicht diesen Staat geholt hat", sagte er zu RP-Chefredakteur Michael Bröcker.
  • Trumps Triumph war für fast alle unfassbar. "Au weia", sagte Hochschulpräsidentin Brigitte Grass, "damit habe ich nicht gerechnet." Die grüne Landespolitikerin Monika Düker brachte mit "glaube ich nicht" die erste Reaktion der meisten auf den Punkt, während Düsseldorfs FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann "erschüttert" darüber war, "dass solch ein Dummschwätzer daherkommen und alles an sich reißen kann".
US-Generalkonsul Michael Keller und FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. FOTO: Bretz Andreas

Inhaltlich ist von Trump bis auf Parolen wenig bekannt. Deswegen sprach Marcel Abel, Geschäftsführer des US-Maklers JLL, sphärisch "von einer neuen Dimension in einer komplexen Welt".

  • Oberbürgermeister Thomas Geisel befürchtete, dass es nun zu einer isolationistischen Politik der USA kommen könnte, Folgen für die Wirtschaft nicht ausgeschlossen.
  • Alexander Schröder-Frerkes, Chef der Amerikanischen Handelskammer, erschien es bedenklich, wenn die USA als wichtigster und Großbritannien als drittwichtigster deutscher Handelspartner (114 bzw. 89 Milliarden Euro) "so schwer berechenbar werden".
  • US-Generalkonsul Michael Keller versuchte zu beruhigen und sagte, dass weiter "das Generalkonsulat in Düsseldorf, die Botschaft in Berlin steht, und es in Deutschland 200.000 Arbeitsplätze durch US-Firmen gibt".
  • IHK-Hauptgeschäftsführer Gregor Berghausen betonte, jede Unsicherheit sei für die Wirtschaft schädlich. Das Ergebnis belegt für ihn auch Bildungsdefizite. Er schloss daraus, die "Jugendarbeitslosigkeit in Europa zu senken und die Integration von Geringqualifizierten zu verbessern, auch um politische Instabilität zu verhindern".
  • In diesem Zusammenhang wurde diskutiert, ob nun in Deutschland die Populisten mehr Zuspruch erhielten. "Der Zustrom zur AfD macht mir Angst", sagte Architektin Claudia Roggenkämper (HPP).
Marcel Abel vom US-Makler JLL mit der Architektin Claudia Roggenkämper von HPP FOTO: Bretz Andreas

Und die US-Bürger? Cornelius Arnow ist Dozent an der Wirtschafts-FH FOM. "Ich habe gegen Hillary gestimmt, obgleich Trump nicht mein Kandidat war." Die Clintons seien für ihre Skandale und Verfehlungen über Jahrzehnte nicht zur Rechenschaft gezogen worden, dies sei nun geschehen.

Vize-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann und der Landtagsabgeordnete Stefan Engstfeld (beide Grüne) FOTO: Bretz Andreas

Bis nach zehn Uhr wurde diskutiert, mit dabei waren die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne), NRW-Europaminister Franz-Josef Lersch-Mense (SPD), Felix Droste, Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinische Post Mediengruppe, und NRW-CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen.

Quelle: RP
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