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Analyse
Das Gymnasium bleibt der Favorit

Düsseldorf. Die Zahl der Schüler in Düsseldorf steigt weiter. Das zeigt eine Auswertung der Anmeldungen nach dem ersten Durchgang. Unter Druck geraten die Gesamtschulen. Hier könnte es zu Engpässen kommen. Von Jörg Janssen

Noch sind es vorläufige Zahlen, die zunächst abbilden, was sich die Eltern für ihre angehenden Fünftklässler wünschen. Dennoch lassen die unmittelbar nach Anmeldeschluss übermittelten "Schnellmeldungen" erkennen, welche Herausforderungen auf Düsseldorfs weiterführende Schulen zukommen.

Gymnasien 2202 Jungen und Mädchen wollen von Ende August an ein städtisches Gymnasium besuchen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein moderater Anstieg um 60 Kinder. Deutlicher fällt der Sprung bei den privaten Gymnasien (St. Ursula, St. Suitbertus, Theodor-Fliedner, Freies Christliches und Jüdisches) aus. 725 Kinder möchten eine solche Ersatzschule besuchen, 2017 waren es nach dem ersten Anmeldedurchgang 633. Tatsächlich können an diesen Schulen nur etwas mehr als 500 Jungen und Mädchen aufgenommen werden. Besonders hoch ist dort die Zahl der auswärtigen Kinder. In diesem Jahr sind es etwa 400 Angemeldete von außerhalb, die meisten kommen aus dem Kreis Mettmann und dem Rheinkreis Neuss. Sowohl an den privaten wie auch an einigen der städtischen Gymnasien werden manche Eltern alternative Standorte in den Blick nehmen müssen. Dieser Fall tritt immer dann ein, wenn die Zahl der Klassen pro Jahrgang ("Zügigkeit") nicht erhöht werden kann oder soll und die Anmeldewünsche klar über dieses Jahrgangs-Soll hinausgehen. Die Liste der besonders nachgefragten städtischen Gymnasien führen das Humboldt (185), das Annette (158), das Cecilien (155) sowie das Marie-Curie (148) an. Mit 130 (Vorjahr: 137) Anmeldungen steht auch das noch junge Gymnasium an der Schmiedestraße auf stabilen Füßen. Einen Aufwärtstrend verzeichnet das Görres-Gymnasium mit 80 (Vorjahr: 63) Anmeldungen. Wichtig bei der Betrachtung ist, dass die Zahl der tatsächlich aufgenommenen Fünftklässler von den Schnellmeldungen des ersten Anmeldeblocks abweichen kann. So nahm das Humboldt 2017 151 von 201 angemeldeten Kindern auf, das Görres 123 Kinder, obwohl im Februar nur 63 angemeldet worden waren.

Gesamtschulen Hier schnellen die Zahlen überraschend in die Höhe. Allein im städtischen Bereich gab es zum Stichtag 22. Februar 1011 Anmeldewünsche. Vor gut einem Jahr waren es 788. "Damals konnten wir jedem Kind, das an diese Schulform wollte, dort auch einen Platz anbieten", sagt Schuldezernent Burkhard Hintzsche. Das werde nun nicht möglich sein. Genau diese Situation kennen Eltern aus früheren Jahren. Bis zur Einrichtung neuer Gesamtschulen in Flingern-Nord (Lindenstraße) und in Garath (Stettiner Straße) hatte die Schere zwischen Angebot und Nachfrage häufig weit auseinander geklafft.

Realschulen Hier gibt es erfreuliche Nachrichten. Während in anderen Kommunen diese Schulform aufgegeben wird (zugunsten der Sekundarschule), erfreut sie sich in Düsseldorf großer Beliebtheit, was ein Plus von 86 Anmeldungen belegt.

Hauptschulen Trotz eines Zuwachses von 13 Kindern (99 Anmeldungen) bleibt diese Schulform das Sorgenkind. Zur Stabilisierung wird erst die zweite Anmelderunde führen. So besuchten 2017 nach nur 86 Anmeldungen zum Stichtag 15. Oktober doch noch 222 Jungen und Mädchen eine Hauptschule.

Quelle: RP
 
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