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Direktkandidaten in Düsseldorf
Das ist Walburga Benninghaus von der SPD

Direktkandidaten in Düsseldorf: Das ist Walburga Benninghaus von der SPD
Walburga Benninghaus. FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Walburga Benninghaus (62) ist eine Politikerin mit klarem Themenprofil. Sie tritt als Direktkandidatin im Düsseldorfer Süden an.

Sie ist ausgebildete Erzieherin und studierte Sozialpädagogin, leitete 14 Jahre den Jugendhilfeausschuss des Stadtrats - und engagiert sich auch im Land in erster Linie für die Bereiche, die sie schon lange bewegen: Jugend und Soziales. "Ich wollte schon im Beruf die Lebenswirklichkeit von Menschen verändern", sagt sie. "Das hat mich zur Politik gebracht."

Nach 20 Jahren im Stadtrat gelang Benninghaus 2012 als Siegerin im Süd-Wahlkreis erstmals der Einzug in den Landtag. Fünf Jahre später ist erneut Peter Preuß (CDU) ihr Gegner - und der Sieg im direkten Duell ihr einziger Weg zum Erfolg. Denn auf der ohnehin wenig bedeutsamen Reserveliste der Partei liegt sie auf einem abgeschlagenen Platz (Benninghaus: "Irgendwas um die 60"). Trotzdem hat sie sich im Vergleich der SPD-Kollegen eine aussichtsreiche Position gesichert: In 14 von 16 Wahlgängen seit Gründung der Republik haben sich Sozialdemokraten im südlichen Düsseldorfer Kreis für den Landtag durchgesetzt; auch wenn er inzwischen anders zugeschnitten wurde, ist er ein aussichtsreiches Pflaster.

Benninghaus, die in Benrath lebt, versucht, im Wahlkampf besonders mit ihrer Bekanntheit vor Ort zu punkten. Im Landtag hat sie bislang nicht zu den prägenden Mitgliedern der Fraktion gehört. Beobachter bescheinigen ihr aber eine für Abgeordnete nicht alltägliche Präsenz im Wahlkreis, auch zu Zeiten, in denen kein Urnengang ansteht. In der Reihe "Walburga packt an" hospitierte sie als Bäckerin, Krankenschwester oder bei der Tafel, in einem Arbeitskreis traf sie sich mit Erzieherinnen, damit diese aus ihrem Alltag berichten. Und in Konflikten versuchte sie sich als Vermittlerin, etwa im Streit um das Hochhausgebiet Hassels-Nord, wo die Mieten explodierten.

Bezahlbarer Wohnraum ist auch eine der Forderungen, für die sie sich weiter im Landtag einsetzen will. Sie möchte zudem gebührenfreie Kitas auch in anderen Städten, und zwar finanziert vom Land NRW. Dies soll allen Kindern leichten Zugang zu Bildung sichern. Zu den großen Errungenschaften der ablaufenden Wahlperiode gehört für sie auch, dass die rot-grüne Regierung den ersten "Integrationsplan" für NRW beschlossen hat. In den fünf Jahren war sie nicht nur Mitglied der Ausschüsse für Familie, für Kultur und für Integration, sondern saß auch im NSU-Untersuchungsausschuss.

Die Mutter eines erwachsenen Sohns, die zuletzt alleinerziehend war, ist keine Sozialdemokratin aus Familientradition. Der Vater gehörte sogar für die CDU zum Stadtrat. Wie sie berichtet, verhinderte die konservative Einstellung der Eltern, dass auch die Mädchen unter den fünf Geschwistern das Abitur machten. Sie besuchte die Mädchenrealschule bis zur Fachoberschulreife. Benninghaus, die sich von der 68er-Bewegung geprägt sieht, wurde anschließend Erzieherin, arbeitete in sozialen Brennpunkten - und absolvierte ihr Studium schließlich auf dem zweiten Bildungsweg. Im Jahr 1987 entschied sie sich, der SPD beizutreten. Arne Lieb

Quelle: RP
 
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