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Kolumne Auf Ein Wort
Das Leben siegt über Terror und Tod

Düsseldorf. Die Anschläge von Brüssel gehen auch uns in Düsseldorf unter die Haut. Die gegenwärtige Zeit ist außergewöhnlich unruhig und die politischen Herausforderungen nehmen nicht ab. Manche Entwicklungen wirken bis in unseren Alltag und in unser persönliches Lebensgefühl hinein. Wohin geht es mit uns?

Die Karwoche und das Osterfest bieten eine besondere Gelegenheit, dieser Frage nachzugehen und auch auf Antworten zu stoßen. Der heutige Karsamstag ist der stillste Tag im Kirchenjahr. Er ist der Tag der Grabesruhe Jesu. Folgen wir den Spuren der Evangelien, dann finden wir hier eine tiefe Zäsur. Am Karfreitag wird der Leichnam Jesu vom Kreuz genommen und sein Begräbnis eilig vorbereitet und durchgeführt. Dann aber kommt die dunkle Leere. Alles steht still. Auch die meisten Evangelien schweigen über diesen Tag.

Trotzdem können wir erahnen, was in den Menschen, die Jesus verbunden waren, vorgegangen ist. Erstarrt in Trauer, Entsetzen und Angst werden sie sich gefragt haben: Werden wir von nun an für immer in Unfreiheit leben und in stetiger Angst vor Verfolgung und Tod? Sind unsere Hoffnungen auf ein Leben in Frieden endgültig zunichtegemacht? Der Evangelist Matthäus berichtet, wie am Karsamstag die politischen Gegner Jesu dafür sorgen wollen, dass auch noch der letzte Funke Hoffnung erlischt. Sie stellen Wachen auf und versiegeln den Eingang zu seinem Grab. Niemand soll mehr behaupten, dass Jesus Christus den Tod überwindet. Eine Fehleinschätzung der Realität. Als ob eine irdische Macht oder Gewalt den Sieg des Lebens über den Tod verhindern könnte.

In der tiefsten Nacht des Karsamstags bricht sich das Licht Bahn, erst langsam, aber unaufhaltsam und immer strahlender bis zum Ostermorgen. Bis es taghell leuchtet und wir sehen, wohin es mit uns geht: Mitten hinein in ein Leben, in dem trotz Angst, Gewalt und Terror der Tod nicht das letzte Wort haben wird. In diesem Vertrauen feiern Christen weltweit und auch hier in Düsseldorf in zahlreichen Osternachtsgottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi als Fest des Lebens. Ein starkes Hoffnungszeichen!

Quelle: RP
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