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Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik

Mehr Plätze für Gymnasiasten und Kleinkinder

Die Christdemokraten wollen in Kindergärten, Schulen, Familien-, Senioren- und Jugendeinrichtungen investieren, ohne deshalb in die Verschuldung zu gehen. Forderungen der gesamtstädtischen Schulpflegschaft EDS, die plakativ „Schulsanierung statt Schuldenbremse“ forderte, erteilen sie damit eine klare Absage. Zentrale politische Marke bleibt bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren das Erreichen der 60-Prozent-Quote.

Laut Kommunalwahlprogramm setzt die CDU dabei auch auf die Förderung betrieblicher Kindergärten. Beleg für eine besonders familienfreundliche Politik sei das Audit „Familiengerechte Kommune“, mit dem die Landeshauptstadt bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet worden sei. Dem steigenden Bedarf an Gymnasialplätzen wollen die Christdemokraten „Rechnung tragen“. Ob es einen Neubau oder Dependancen geben soll oder frei werdende Schulgebäude genutzt werden, bleibt im Programm offen. Vorangetrieben werde der Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs mit angeschlossener Dreifach-Turnhalle, ein Lernort in Bilk für 4500 Auszubildende. Außerdem will sich die CDU in der kommenden Legislaturperiode um die Verbesserung der IT-Ausstattung kümmern. Das Projekt „E-School“ soll zu „E-School 2.0“ weiterentwickelt werden.

 

 

Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik

Masterplan besser ausstatten, Ganztag ausbauen

Nach Einschätzung der Sozialdemokraten sind die Fachräume, Sanitäranlagen und Fenster an Düsseldorfer Schulen „oft marode“. Auch vor dem Hintergrund der Inklusion seien bauliche Veränderungen dringend geboten. „Wir werden den Masterplan Schulen klar und transparent strukturieren und mit ausreichend Mitteln ausstatten“, schreibt die SPD in ihrem Kommunalwahlprogramm.

Ebenfalls auf der Agenda: der rasche Ausbau und die Verbesserung der Qualität des Ganztagsangebots an Grundschulen (OGS) sowie an den weiterführenden Schulen. Die Gymnasien spielen in dem 22-seitigen Programm keine Rolle. Stattdessen heißt es: „Wir werden weitere Gesamt- und Sekundarschulen auf den Weg bringen.“ Wichtig ist den Sozialdemokraten, dass in Stadtteilen mit besonderem Bildungsbedarf „vorbildliche Schulen“ eingerichtet werden und dass die Schulsozialarbeit erhalten bleibt. Für den Schulbau sollen ausreichend Mittel bereitgestellt, die Sanierung müsse beschleunigt werden.

Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik

Vielfalt der Familienformen, kein Gymnasium

Die Grünen setzen voll und ganz auf das Konzept des längeren gemeinsamen Lernens. Die Botschaft im Kommunalwahlprogramm ist eindeutig: „... keine neuen städtischen Gymnasien, sondern zwei neue Gesamtschulen und/oder zwei neue Sekundarschulen“.

Ebenfalls auf der Agenda: der Ausbau des Ganztages an Grundschulen auf eine Quote von 70 bis 75 Prozent. Dieser Ganztag soll zunehmend in der gebundenen Form mit Anwesenheitspflicht angeboten werden. Wichtig ist den Grünen ein funktionsfähiger Masterplan Schulen, „der jährlich verbindlich abgearbeitet wird“. Nach Einschätzung der Partei wird in Düsseldorf die Vielfalt der Familienformen nicht genügend anerkannt. Auch Alleinerziehende, Adoptiv- und Pflegefamilien und gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern müssten Unterstützung erfahren. Wichtig sind den Grünen Aufklärungsprojekte, die besonders auf Jugendliche zielen. Unter der Überschrift „Bildung ist mehr“ heißt es: „Wir werden den Auf- und Ausbau der Projekte SchLAu (Schwul-Lesbische Aufklärung), ,Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie’ und ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage’ unterstützen.“

 

 

Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik

Zwei neue Gymnasien, Kitas ganz ohne Beitrag

Die weitreichendste Forderung beim Thema Kleinkinder-Betreuung erheben die Liberalen. Sie wollen die Beitragsfreiheit in den Kindertagesstätten auch auf alle Jungen und Mädchen unter drei Jahren ausdehnen.

Das ist im Kommunalwahlprogramm allenfalls angedeutet, präzisiert hat es FDP-Spitzenkandidatin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. „Statt neuer Schulden will ich den Weg bereiten für neue und beitragsfreie Kitas für Kinder auch unter drei Jahren“, benennt sie eines ihrer Ziele. Dafür wird das Programm an anderen Stellen konkreter als das der meisten Mitbewerber. So setzt sich die FDP dafür ein, „die Schulen ... flächendeckend mit digitalen Weißtafeln (Whiteboards) auszurüsten und ... weitere Tablet-Computer-Klassen einzurichten“. Das Gymnasium sei die erfolgreichste und beliebteste weiterführende Schulform in Düsseldorf und dürfe gegenüber anderen „nicht weiter benachteiligt werden“. Im Klartext: Die Liberalen wollen auf die stetig steigenden Schülerzahlen „mit der Einrichtung zweier weiterer Gymnasien reagieren“.

 

Das sagen die Düsseldorfer Parteien zur Schulpolitik

Masterplan verdoppeln, keine Offiziere in Klassen

Die Linken setzen – wie SPD und Grüne – auf die Einrichtung einer fünften Gesamtschule. Konkret wird die Partei beim Masterplan Schulen. Der zurzeit mit 30 Millionen Euro ausgestattete Etatposten soll „verdoppelt“ werden. Das Geld dürfe nur für „echte Sanierungen“ verwendet werden.

Gefordert werden im Kommunalwahlprogramm außerdem: ein kostenfreies Mittagessen in Kitas und Ganztagsschulen, der Ausbau von Schulbibliotheken und Selbstlernzentren sowie gebührenfreie VHS-Kurse für Düsselpass-Besitzer. Bundeswehr-Werbeveranstaltungen in Schulen will die Linke künftig verbieten. „Schulen sind ein Ort der Bildung; daher darf es keine militärpolitische Indoktrination an den Schulen geben.“ Auch staatlich mitfinanzierte Bekenntnisschulen lehnt die Partei kategorisch ab. „Die Schulen, Kindergärten und sonstigen sozialen Einrichtungen dieser beiden Kirchen werden bis zu 100 Prozent aus Steuermitteln finanziert. Zuschüsse an Kirchen lehnt die Linke ab... Wir wollen die Trennung von Kirche und Staat auch auf kommunaler Ebene durchsetzen.“ Kritisch sieht die Partei die Freizeitangebote für Jugendliche und fordert „mehr selbst verwaltete Jugendhäuser“.