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Internationaler Haftbefehl
Das sind die Kö-Diebe

Internationaler Haftbefehl: Das sind die Kö-Diebe
Die Gesuchte Rosa Maria Ramírez Ramírez ist 50 Jahre alt, ihr Komplize Norberto Guillermo Andrade wird demnächst 38. Beide treten gelegentlich als Brillenträger auf. FOTO: Kantonspolizei Luzern
Die Polizei hält für wahrscheinlich, dass die Täter, die bei Juwelier Hornemann zwei teure Ringe erbeuteten, ihr Glück noch einmal in Düsseldorf versuchen. Von Stefani Geilhausen

Martin Winckel vom Juwelierwarndienst hatte es bereits geahnt: Die Diebe, die bei Kö-Juwelier Hornemann zwei Ringe entwendeten, sind alte Bekannte. Nach einem Mann und einer Frau aus der Vierergruppe, die den Coup offensichtlich gründlich geplant hatten, wird jetzt ein internationaler Haftbefehl erwirkt.

Die Frau, die am 10. Oktober das Personal ablenkte, während ein Komplize in die Schaufenster-Vitrine griff, heißt Rosa Maria Ramírez Ramírez, ist am 13. Mai 1957 in Caracas geboren. Auch der Mann, der mit ihr gemeinsam den interessierten Käufer mimte, ist Venezuelaner. Er heißt Norberto Guillermo Andrade und wird in zwei Wochen 38 Jahre alt, sieht aber älter aus.

Kriminaloberkommissar Peter Lückert schließt nicht aus, dass die beiden noch einmal ihr Glück auf der Kö versuchen werden. Denn sie sind offenbar professionelle Juwelendiebe. "Die kommen wieder", sagt Lückert und hofft, dass sie dann sofort erkannt werden.

In Luzern hatten die Angestellten eines Juweliergeschäfts die fünf südamerikanisch aussehenden Touristen, die sich am Freitag vor Pfingsten 2005 für edle Uhren interessierten, nicht für verdächtig gehalten. Erst, als die drei Frauen und zwei Männer weg waren, bemerkten sie den Verlust von drei brillantbesetzten Piaget-Uhren im Wert von mehreren zehntausend Schweizer Franken.

Was die Luzerner nicht wussten: Erst wenige Wochen zuvor, im April, hatte die Kantonspolizei Basel vier Südamerikaner festgenommen, die mit zwei Komplizen auf der Baseler Schmuck- und Uhrenmesse bei einem Diebstahlsversuch aufgefallen waren. Auf den Polizeifotos wurden diese vier als die Täter aus Luzern identifiziert. Unter ihnen: Rosa Maria Ramírez Ramírez und Norberto Guillermo Andrade.

Die entscheidenden Hinweise auf die Venezuelaner hat die Polizei vom Juwelierwarndienst bekommen. Martin Winckel hatte Verdacht geschöpft, als er die Bilder aus der Überwachungskamera von Hornemann sah. Auch die Methode der Täter wies Parallelen zum Luzerner Fall auf: Dort hatten mehrere Personen die Angestellten abgelenkt, während einer der Diebe sich aus dem Schaufenster bediente. Bei Hornemann war der eigentliche Dieb von einem Komplizen, der draußen vor dem Fenster stand, per Funk zu den Ringen dirigiert worden, die einen Wert von rund einer halben Million Euro haben.

Auf den Fotos der Baseler Polizei erkannten Zeugen Ramírez Ramírez und Andrade als zwei der fünf Diebe von der Kö wieder. Lückert geht davon aus, dass er es mit einer Diebesbande zu tun hat, die in wechselnden Besetzungen agiert, mit falschen mittel- und südamerikanischen Pässen um die Welt reist, um Spitzenjuweliere zu bestehlen. Auch deshalb ist ihre Rückkehr an die Kö wahrscheinlich - und das wäre derzeit wohl die einzige Gelegenheit für eine Verhaftung.

 
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