| 18.01 Uhr

(Un-)Konferenz bei RP Online
Das war das erste Barcamp Düsseldorf

Düsseldorf. 200 Teilnehmer, 64 Sessions und jede Menge Currywurst: Beim ersten Barcamp Düsseldorf haben sich Menschen getroffen, die sich vor allem aus dem Netz kennen. Von Marc Hippler

Eine Vorstellungsrunde mit 200 Menschen ist unmöglich oder dauert ewig. Denkt man. Bis man auf einem Barcamp ist. Dort funktioniert das so: Wer das Mikrofon hat, nennt seinen Vornamen, seinen Twitteraccount (wenn vorhanden, aber das ist er eigentlich immer), drei Hashtags, also Stichwörter zu Interessen und Person - und gibt das Mikrofon weiter. Manchmal ist es lustig und alle lachen, manchmal dreht sich jemand interessiert um, weil er den, der da spricht, sonst nur aus dem Internet kennt. Ein Barcamp ist ein bisschen wie Facebook oder Twitter in echt. Am Wochenende war RP Online Gastgeber für das erste Barcamp Düsseldorf.

Man muss sich das Ganze als eine Art (Un-)Konferenz vorstellen. Es gibt Präsentationen, Workshops, Diskussionen. Aber eines gibt es erst einmal nicht: Ein festes Programm. Denn darüber wird erst jeweils morgens abgestimmt. Das ist das Prinzip seit dem ersten Barcamp 2005 in Kalifornien, und so funktionieren auch die rund 60 Barcamps, die es inzwischen pro Jahr auch in Deutschland zu den verschiedensten Themen gibt.

Die ersten Sessions stehen schnell fest

Im Raum Düsseldorf, dem größten Saal des Konferenzzentrums der Rheinischen Post, hat Barcamp-Moderator Stefan Evertz am Samstagmorgen wenig Mühe, die Teilnehmer, die aus ganz Nordrhein-Westfalen, aber auch aus Stuttgart, Cottbus oder aus der Schweiz gekommen sind, zu motivieren. Wer was zu sagen hat, eine so genannte Session anbieten will, stellt sich nach der Vorstellungsrunde auf die Bühne, sagt, worüber gerne reden würde und fragt dann, wen dieses Thema interessiert. Sechs Sessions können parallel stattfinden, je mehr Interessenten es gibt, desto größer ist der zugewiesene Raum. Manchmal sind es 80, manchmal auch nur acht.

Es dauert nicht lange, bis der Themenplan - ganz klassisch mit angeklebten Zetteln an der Wand und online - gefüllt ist. Klar, größtenteils geht es um Netzthemen, um den digitalen Pranger etwa, also anonymes Denunziantentum, um ein neues Blog für Düsseldorf oder die Frage, wie man Erfolg und Misserfolg in sozialen Netzwerken im Internet eigentlich messen kann.

Von Start Ups und Bienenstöcken

Andere Themen haben aber nicht unmittelbar etwas mit dem Internet zu tun. Wie gründe ich eine Firma? Wie schaffe ich es, ein Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen? Oder auch: Wie steuert man eine Kameradrohne? Es gibt sogar Sessions, die sich mit Bienenstöcken beschäftigen, mit dem sportlichen - legalen - Knacken von Schlössern oder mit Improvisationstheater.

"So viele gute Sessions. Kann mich nicht entscheiden”, liest man so oder so ähnlich mehr als nur einmal am Wochenende auf Twitter unter dem Hashtag #barcampDUS. Der Kontakt im Netz oder die gemeinsame Currywurst am Imbisswagen auf dem RP-Gelände - beides geht nahtlos ineinander über. Die Stimmung ist betont locker, einige kennen sich schon von anderen Barcamps, andere lernen sich erst kennen. Das ist einfach, denn alle sagen Du.

Die Fotos vom Barcamp am Samstag und Sonntag gibt's auf TONIGHT.de!

 

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

(Un-)Konferenz bei RP Online: Das war das erste Barcamp Düsseldorf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.